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Modified: Sonntag, 8. Juli 2007

Filmtest Juni - Verstörung und eine Art von Poesie

Bernhard Wicki, eine Filmlegende wie es sie in Deutschland wohl kein zweites Mal gibt. 1919 im niederösterreichischen St. Pölten geboren machte er zunächst in Schlesien das Abitur und studierte Kunstgeschichte in Breslau bevor er dann 1938 an die Schauspielschule des staatlichen Schauspielhauses in Berlin wechselte. 1939 wird er allein wegen der Mitgliedschaft in einem KPD-nahen Bund festgenommen und als politischer Gefangener im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung siedelte er zunächst nach Wien um und ging dann im Jahr 1944 in die Schweiz, dem Heimatland seines Vaters. Nach Ende des 2. Weltkrieges arbeitete er als Schauspieler in diversen Filmen bis er dann 1959 als Regisseur der Romanverfilmung „Die Brücke“ plötzlich zu internationalem Ruhm gelangt. In den darauffolgenden Jahren geht er weiterhin der Tätigkeit als Filmregisseur nach und arbeitet auch mehrere Male erfolgreich in Hollywood mit großen Namen der damaligen Zeit zusammen. Wicki starb am 05. Januar in München, der Stadt, die er seine Heimat nannte.



Bewertung (von daniel):

Sieben Jahre nach seinem Tod kommt nun mit „Verstörung und eine Art von Poesie“ ein Film in die Kinos der das Leben des großen Bernhard Wicki so emotional und zugleich interessant beschreibt, dass selbst bei der heutigen Jugend, bei der der Name Bernhard Wicki längst in Vergessenheit geraten ist, wieder Interesse für den vielleicht bedeutensten deutschen Filmemacher der
Nachkriegszeit geweckt wird. Elisabeth Wicki-Endriss, die letzte Ehefrau Wickis, führte bei diesem außergewöhnlichen Werk selbst Regie und bat bekannte Weggefährten wie Maximilian Schell, Klaus Maria Brandauer und Michael Mendl zur Mitwirkung. Man hat ein wenig das Gefühl, dass diese Personen mit diesem Film versuchen den Tod von Bernhard Wicki zu verarbeiten und das ist auch gut so, denn durch diesen Aspekt fühlt man sich als Zuschauer unter Freunden, die Geschichten über eine bedeutende, befreundete Persönlichkeit erzählen. Dieser Film ist absolut sehenswert.


Punkte (von daniel):