Inhalt: Babysitting ist wahrscheinlich der am häufigsten
ausgeführte Job bei Jugendlichen. Und
weil die Schülerin Jill (Camilla Belle) gerade
knapp bei Kasse ist, will sie für eine Nacht
auf die Kinder eines reichen Ehepaares aufpassen.
Alles läuft glatt, bis Jill immer wieder
merkwürdige Anrufe eines Unbekannten bekommt.
Als diese immer bedrohlicher werden,
verbarrikadiert Jill sich im Haus und wendet
sich an die Polizei. Doch die hat, nach einem
zurückverfolgten Anruf, schlechte Nachrichten
für sie, denn das Signal kommt aus dem
Haus…
Kritik: Ach ja, der gute alte Horrorfilm. Von vielen Leuten
als zu brutal, storyfrei und schlichtweg sinnfrei
abgewatscht. Und in den letzten Wochen
und Monaten gab es dazu auch allen Anlass,
denn was die Filmindustrie teilweise ablieferte
grenzte schon fast an Volksverblödung. Doch
zum Glück gibt es noch ein kleines Bataillon
Filme, welches die Fahne für dieses Genre
hochhält. Zu diesen Filmen gehört unter anderem
„Unbekannter Anrufer“, denn mit diesem
Remake schafft es „Tomb Raider“ Regisseur
Simon West wieder frischen Wind in das, in
letzter Zeit so harsch kritisierte, Genre zu bringen,
in dem er sich auf alte Tugenden beruft.
Eine dieser Eigenschaften ist wohl auch die
sehr dünne und zuweilen löchrige Geschichte
und so taugt auch diese Story gerade einmal
für eine Telenovela. Doch nichts desto trotz ist
der Film ungemein spannend und packend,
was er vor allem durch die unbehagliche Atmosphäre
erreicht, welche er kontinuierlich
aufbaut. Denn schon alleine bei Jills Ankunft
am Anwesen, man sieht dieses wunderschöne
und luxuriöse Haus der Familie, idyllisch
an einem See gelegen, macht einem die Musik
sofort klar, dass dies kein angenehmer Ort
sein wird. Und diese ständig herrschende
Anspannung macht sich der Film gekonnt zu
Nutze und so verfehlen auch die zahlreichen
Schockmomente ihre Wirkung nicht. Man benötigt
also schon etwas stärkere Nerven, um
hier nicht ständig laut aufzuschreien. Dafür
kreischt Jill, gespielt von der noch relativ unbekannten
Schauspielerin Camilla Belle, ein
ums andere Mal und avanciert so fast zu einer
zweiten Scream-Queen. Ein weiter Pluspunkt
des Films ist sein enormes Tempo, meist verursacht
durch den rasanten Schnitt; dem es
gelingt die Anspannung des Zuschauers noch
einmal zu steigern. Bei der Auflösung des
Ganzen hätte man sich dann doch noch etwas
mehr Zeit lassen dürfen, denn ein Motiv des
Unbekannten bleibt der Film schuldig. Trotzdem
ist „Unbekannter Anrufer“ einer der spannendsten
Filme der letzten Zeit und endlich
mal wieder ein richtig guter Horrorfilm.