Filmtest Dezember - Tintenherz

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Inhalt:
Was passiert mit ausschließlich jedem Buch, das es irgendwie einmal auf die Bestsellerlisten bis ganz nach oben geschafft hat? Richtig, es wird früher oder später verfilmt. So auch in diesem Fall. Im Fantasy-Abenteuer nach dem Kinderbucherfolg der Schriftstellerin Cornelia Funke begeben sich das zwölfjährige Mädchen Meggie (Eliza Hope Bennett) und ihr Vater, Mortimer Folchart (Brendan Fraser), genannt „Mo“, auf eine Reise durch die reale und die imaginäre Welt. Beide begeistern sich sehr für Bücher und das Lesen im Allgemeinen, was noch weitreichende Folgen haben soll, da Vater und Tochter eine ganz besondere Gabe innehaben, welche es ermöglicht, Romanfiguren durch das laute Vorlesen zum Leben zu erwecken. Das klingt zu allererst wie eine wunderbare Angelegenheit, die jedoch einen gewaltigen Hacken birgt: Immer wenn eine Romanfigur aus der imaginären Welt gerufen wird, muss ein realer Charakter in die Buchseiten verschwinden; So geschehen einst bei Meggies Mutter Resa (Sienna Guillory), welche durch eben jenen Vorgang in die Fantasywelt des Buches „Tintenherz“ gezogen wurde, als ihre Tochter gerade 3 Jahre alt war. Mithilfe jenes Buches will Mortimer seine Frau nun finden und befreien, doch wird sein Plan vom Schurken Capricorn (Andy Serkis) vereitelt, welchem es gelingt Meggie zu entführen. Capricorn will Meggie dazu bewegen den Schatten, ein gefährliche Grauen der Menschheit, ebenfalls zum Leben zu erwecken, um seine eigene Schreckensherrschaft auszubauen. Mortimer schlägt daraufhin eine Brücke zwischen erdlichem Alltag und dem Reiche der Fantasie, findet Verbündete wie Freunde in der magischen Welt von „Tintenherz“ und macht sich mit jener Unterstützung mutig auf den Weg, um wieder alles in seine rechten Bahnen zu lenken und seine Familie zu erretten.

Kritik:
Cornelia Funke gehört schon seit Jahrzehnten zu den meistgelesensten Kinderbuchautoren und dies nicht nur innerhalb Deutschlands. „Der Herr der Diebe“, sowie die beiden „Wilden Hühner“-Abenteuer wurden bereits verfilmt, was im zuerst genannten Fall weit weniger erfolgreich, aufgrund des fehlenden Mitspracherechtes Cornelia Funkes, gelang. Für den ersten Teil der „Tintenherz“-Trilogie sicherte sich nun die Autorin ihre Beteiligung an der Filmproduktion; eine weiße Entscheidung, welche dem Film gleich eine ganz besondere Note verleiht. Auf den ersten Blick betrachtet mag es etwas abwegig klingen eine Geschichte über die Magie des Lesens geradewegs zu verfilmen. Regisseur Iain Softley achtete allerdings mit großer Sorgfalt darauf, das Buch in der Kinoversion nicht gänzlich zu entzaubern, sondern die Begeisterung für die Welt der Buchstaben auch auf einen dem Lesen vielleicht eher abgeneigten Filmtheaterbesucher zu übertragen. Selbst wenn die in der Buchversion so entscheidenden Charakterzeichnungen und Beziehungszusammenhänge etwas unter den Tisch fallen und dafür das Gewicht zunehmend auf die handlungsreichen Szenen, wie z.B: Fluchtversuche und Sturmpart verlagert wird. „Tintenherz“ kann sich demnach mit anderen Hollywood- Fanatsy-Stories nicht nur messen, sondern eine ganze Reihe von ihnen sogar übertrumpfen; siehe z.B: "Harry Potter und der Orden des Phönix". Besorgte Eltern können eventuell ein Stück weit aufatmen, denn die Buchverfilmung fördert in jedem Falle den Willen ihrer Sprösslinge aus der DVD- und Playstationgeneration selber einmal mehr ein Buch in die Hand zu nehmen und dessen Magie für sich zu entdecken. Selbst wenn die literarische Vorgabe nicht zu 100% erfüllt wird, entschädigt der Film mit einem Staraufgebot, was in diesem Falle auch jegliche Erwartungen bestätigt. Besonders viel Herzenswärme strahlt v.a. der Charakter des Staubfingers, gespielt von Paul Bettany, aus, der dem Gesamtkunstwerk des Filmes einen ganz besonderen Touch ermöglicht. Laut Cornelia Funkes Einschätzung würde eine Fortsetzung, sprich „Tintenblut“, II. Teil der Trilogie, welcher beinahe ausschließlich in der Fantasiewelt spielt, aufgrund der benötigten Kostüme, Szenerien, etc., weitaus mehr Kosten verursachen. Geld, welches die „Tintenherz“-Folge erst einmal einspielen muss, damit wir hoffentlich auch in der Zukunft passend zur Weihnachts- und Neujahrszeit wieder ein wunderschönes Familienabenteuer mit jeder Menge Wärme, Spaß und Spannung auf der Leinwand verfolgen können.

Punkte:

Autor: Sonja Mayer

Zusatzmaterial:
- Trailer