Filmtest November - The Women

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Inhalt:
Diesen Mai erst war die Kinoversion von „Sex and the City“ auf den deutschen Leinwänden zu verfolgen. Über ein halbes Jahr später folgt nun „The Women“, eine Neuverfilmung des fast 70 Jahre alten Hollywoodklassikers. „Och neeee…nicht schon wieder eine fast 2-stündige Unterhaltung über Schuhe, Beziehungskrisen und Frauenproblemchen. Das hatten wir doch gerade erst!“, werden vielleicht nun die Männerstimmen verlauten lassen. Und ihre weiblichen Counterparts werden sich erregt darüber austauschen, ob es angesichts des sommerlichen „Sex and the City“- Kinogenusses überhaupt lohnenswert ist, den unter der Regie von Diane English nach dem Broadway-Stück von Clare Boothe Luce produzierten Film zu sehen, welcher inhaltlich nicht sehr von der vorigen Thematik abweicht. Oft misslingt der Versuch einer Neuverfilmung, v.a. wenn die Erwartungen, wie in diesem Falle, sehr hoch gesteckt sind. Der Inhalt kann kurz und bündig zusammengefasst werden, da er bei diesem Titel eigentlich niemanden wirklich überrascht: Modedesignerin Mary, gespielt von Meg Ryan, muss durch ihre Manikürelady erfahren, dass ihr Mann, auf dessen Erscheinen man/ frau übrigens vergeblich wartet, sie mit einer Parfümverkäuferin (Eva Mendes) betrügt. Nur ihre Freundinnen können ihr nun noch aus dieser misslichen Lage helfen, welche ihr vorheriges Leben, bestehend aus diversen Shoppingtouren, ins Wanken bringt. Sylvie (Annette Bening), Alex (Jada Pinkett Smith) und Edie (Debra Messing) ersinnen einen erstaunlichen Rachefeldzug, welchen es sodann in die Tat umzusetzen gilt. Das Remake hält sich äußerst konsequent an die Vorgaben des Klassikers von 1939, in welchem alle 135 Rollen – begonnen mit den Protagonisten bis hin zu den Statisten- durch Frauen besetzt sind. Auch wenn die im Original so hoch gelobten, messerscharfen Dialoge in der Neuverfilmung nicht mehr ganz als solche beim Zuschauer ankommen, was garantiert auch durch den Zeitabstand der Produktionen bedingt ist, überzeugt der Film dennoch durch zahlreiche Lacher und die Authenzität der Schauspielerinnen. Vor allem Marys 12-jährige Tochter Molly, gespielt von India Ennenga, erheitert jede noch so abgebrühte Businessfrau, wenn sie im Gothic/Emo-Outfit auf der Parkbank Unterhaltungen mit Mutters Freundin Sylvie führt. Ebenso sehenswert ist das dänische Kindermädchen (Tilly Scott Pederson) in gelungener Komposition mit Marys Haushälterin Maggy (Cloris Leachman) bei deren Auftreten einem schon ein Schmunzeln über die Lippen kommt. Eine weitere heimliche Hauptrolle gibt die lesbische, essgestörte Freundin der Autorin Alex ab, welche sich minütlich durch das Essen von Papierservietten und sonstigen Mobiliar bloßstellt.

Kritik:
Die allseits bekannten Geschichtchen der Hauptpersonen (von wegen böser Ehemann hintergeht seine einkaufssüchtige Ehefrau, welche einen IQ von Null aufweist) hätte man sich schenken können, und stattdessen den Schwerpunkt auf das äußerst belustigende Leben der Nebenpersonen verlagern können. Alles in allem übertrifft diese Remake-Produktion dennoch bei weitem die ehrwürdige „Sex and the City“ Version, dessen Kinoerscheinen zu Unrecht weitaus mehr erwartet wurde.

Punkte:

Autor: Sonja Mayer

Zusatzmaterial:
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