Inhalt: Amerika zur Zeit
der Jahrhundertwende,
die Indust
r i a l i s i e rung
schreitet in rasendem
Tempo voran. Entlang
der Westküste und im Süden
der USA ist Erdöl begehrter
als Gold. Mutige Männer können
hier innerhalb weniger
Wochen reich werden oder
aber alles verlieren. Land
wird aufgekauft um nach Öl
zu bohren, wer etwas findet
kann viel Geld verdienen, wer
leer ausgeht hat sich mit all
seinem Geld nur ein wertloses
Stück Land gekauft.
Daniel Plainview (Daniel Day-
Lewis) gehört zu den erfolgreicheren
und bezeichnet sich
selbst als „Oilman“. Er ist clever,
gerissen und hinterlistig,
kauft den Grundbesitzern ihr
Land billig ab, bohrt nach Öl
und hat zumeist Glück. Früher
hat er einmal nach Silber gegraben
und hat auch einiges
gefunden, aber das Geschäft
ist gefährlich, kostete einem
seiner Männer das Leben und
er selbst trug eine Fußverletzung
davon. Der verunglückte
Mitarbeiter hinterließ einen
Sohn namens H.W. (Dillon
Freasier) um den sich nun
Daniel kümmert. Er war bei
dem Unfall noch zu jung um
sich daran erinnern zu können
und weiß nichts über seine
wahre Herkunft. Gemeinsam
geben die beiden ein
unschlagbares Team ab, wenn
es darum geht Grundbesitzer
dazu zu bewegen ihr Land zu
verkaufen.
Abel Sunday (David Willis)
ist ein solcher Grundbesitzer
und sein Land verspricht
besonders viel Öl zu bieten.
Sein Sohn, Paul (Paul Dano)
tauchte eines Tages bei
Daniel, seinem engsten Mitarbeiter
Fletcher (Cirián Hinds)
und H.W. auf um wegen des
Ölvorkommens vorzusprechen.
Wie sich später herausstellt
hat Paul seine Familie
verlassen und erhoffte sich
ein wenig Geld für sein Wissen.
Daniel glaubte ihm und
konnte Abel zum Kauf überreden,
auch wenn dessen zweiter
Sohn Eli (Paul Dano), ein
Priester, eine Spende für seine
Kirche in Höhe von 5000
Dollar erzwingen konnte.
Bald schon hatte Daniel auch
die Grundstücke rund um die
Sunday Ranch gekauft und einige
Wochen später beginnen
auch die ersten Bohrungen.
Immer präsent ist Priester
Eli, der pausenlos versucht
Daniel seinen Glauben aufzudrängen.
Bei einem Unfall an
einem Bohrturm verliert H.W.
sein Gehör und scheint damit
für Daniel nutzlos zu sein.
Schon bald wird er sich verstoßen
und alleine in einem Zug
wiederfinden. Für den waschechten
und skrupellosen „Oilman“
geht das Leben weiter
als wäre nichts passiert. Er
fördert eine Menge Öl und
verdient damit mehr Geld als
er sich jemals erträumt hatte.
Doch kann Geld allein glücklich
machen?
Kritik: „I hate most people“ – diese
Aussage kommt von
Daniel Plainview, dem
selbsternannten “Oilman”,
der nur seinen Erfolg im Kopf
zu haben scheint. Gespielt
wird er von einem Schauspieler,
der sonderbarer
nicht sein könnte: Daniel
Day-Lewis. Selten spielt er in
Filmen mit und wenn doch, so
sagt er, hat er gar keine andere
Wahl als mitzuspielen,
da ihn die Geschichte und die
Rolle dazu zwingt. Diese Rolle
muss ihn also in gewisser
Weise fasziniert haben und
das merkt man ihm auch in
jeder einzelnen Sekunde des
Filmes an. Zwei Jahre hat er
sich auf „There Will Be Blood“
vorbereitet, Bücher gelesen,
hunderte DVDs mit einer ähnlichen
Thematik angesehen
und unzählige Gespräche mit
einem Regisseur geführt, der
ebenfalls nur sehr selten Filme
dreht: Paul Thomas Anderson.
Für alle die mit diesem Namen
auf Anhieb nichts anfangen
können sollte man erwähnen,
dass dieser Mann mit Filmen
wie „Magnolia“ und „Boogie
Nights“ bekannt geworden ist.
Er gilt als absolutes Ausnahmetalent
und wer seine Filme
gesehen hat kann dem nur
beipflichten. So haben sich
nun also diese beiden bemerkenswerten
Persönlichkeiten
zusammengetan um dieses
Projekt zu verwirklichen. Das
Drehbuch basiert lose auf Upton
Sinclairs Roman „Oil!“,
den Anderson beim Stöbern
in einem Londoner Buchladen
gefunden hat. Es ist voll von
verschiedensten Eindrücken,
Wendungen und bietet dem
Zuschauer ein wahnsinniges
Spektrum an Erlebnissen. Daraus
ist ein Film entstanden,
der von vielen Kritikern bereits
mit Orson Welles Meisterwerk
„Citizen Kane“ von
1941 verglichen wurde. Diese
Ehre wurde bisher nur sehr
wenigen Filmen zuteil und
ist in diesem Fall absolut gerechtfertigt.
Man kann nicht
sagen welcher der beiden
Filme im Endeffekt besser ist,
da sie für einen Vergleich zu
verschieden sind, aber man
kann durchaus sagen, dass die beiden Werke gleichwertig
sind. Es gibt bei allen
Unterschieden aber auch
zahlreiche Parallelen und so
kann man die Figur des Daniel
Plainview aus „There Will Be
Blood“ durchaus mit der des
Charles Foster Kane aus „Citizen
Kane“ vergleichen. Beide
sind auf verschiedensten
Wegen zu einem enormen
Vermögen gekommen und
müssen irgendwann feststellen,
dass man durch Geld und
Erfolg alleine nicht glücklich
werden kann. Charles Foster
Kane zeigt mit seinem letzten
Wort vor seinem Tod, dass er
sich in seine einfache, mittellose,
aber glückliche Kindheit
zurücksehnt. Daniel zeigt diese
Einsicht nicht wirklich, aber
Day-Lewis schafft es dem Zuschauer
einen Blick in dessen
Innerstes zu bieten und man
merkt, dass dieser Mensch
das Glück im Erfolg zu finden
versucht, aber immer wieder
kläglich scheitert. Er möchte
immer besser sein als alle
anderen, denn er denkt, dass
der Erfolgreichste zugleich
der Glücklichste sein muss.
Dass das alleine nicht ausreicht
ist auch die Botschaft von
Andersons brillantem Meisterwerk.
Und so kann man
nur hoffen, dass Daniel Plainview
eines Tages einsieht,
dass er im Grunde nicht nur
die meisten Menschen hasst,
sondern alle, da er selbst bei
seinem Adoptivsohn Angst
hat, dass er ihm den Erfolg
streitig machen könnte.
„There Will Be Blood“ ist ein
Meisterwerk wie es wohl niemand
mehr für möglich gehalten
hat. Ein Film der sich
ins Gedächtnis einbrennt und
dort verweilt um zum Nachdenken
anzuregen.