Filmtest Februar - The Good German

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Inhalt:
Der amerikanische Kriegskorrespondent Jake Geismer (George Clooney) wird 1945 in das zerstörte Berlin geschickt um von der bevorstehenden Friedenskonferenz in Potsdam zu berichten. Die Zukunft des Deutschen Reiches soll hier von den Führern der Alliierten besiegelt werden. Man möchte ein friedliches Europa schaffen und alle Werte unter sich aufteilen. Jake war bereits zuvor als Leiter eines Nachrichtenbüros in Berlin und kennt sich aus diesem Grund auch in der Stadt aus. Als er jedoch vom Flughafen zu seinem Hotel gefahren wird, wird ihm schon sehr schnell klar, dass sich in dieser Stadt einiges geändert hat. Corporal Tully (Tobey Maguire) wird Jake als Fahrer zugeteilt. Auf den ersten Blick wirkt er, wie jeder andere Kleinstadtamerikaner, bemüht und gutmütig doch auf den zweiten Blick stellt man fest, dass er durch und durch korrupt ist. Er handelt mit allem und jedem und spielt alle gegeneinander aus um das beste Ergebnis für sich selbst zu erzielen. Im Berlin jener Tage ist dies allerdings nicht ungewöhnlich, jeder hat hier irgendetwas zu verbergen. Jake kümmert sich nicht um die Geschäfte seines Fahrers bis er selbigen eines Tages mit seiner alten Liebe Lena Brandt (Cate Blanchett) sieht. Bald darauf wird Tully mit 100.000 Mark und einer Kugel im Rücken mitten in der russischen Zone tot aufgefunden. Jake wird von den Umständen seines Todes angezogen und beginnt nachzuforschen. Er stellt fest, dass sich sowohl die amerikanischen als auch die russischen Behörden für den Fall interessieren und fragt sich wie es dazu kommt. Er forscht immer weiter und bemerkt, dass die Spuren immer deutlicher zu Lena führen...

Kritik:
„The Good German“ versetzt den Zuschauer in eine Zeit, von der man nicht sehr viel zu wissen scheint. Man findet sich im zerstörten Berlin der Nachkriegsjahre wieder und bekommt auf eindringliche Weise erklärt, dass sich hier fast alles um Korruption zu drehen scheint. Jeder macht mit jedem Geschäfte und versucht für sich selbst den bestmöglichen Gewinn herauszuschlagen. Ganz so wie Helmar Nahr einmal sagte: „Korruption ist die Autobahn neben dem Dienstweg.“ und dieses Thema scheint inzwischen wieder aktueller als je zuvor, denn wenn man sich die heutige Wirtschaft einmal genauer ansieht, wird ein Skandal nach dem anderen aufgedeckt. Steven Soderbergh inszenierte diese Geschichte ganz bewusst in Schwarz-Weiß um den Film authentischer wirken zu lassen. Das ist auch gelungen und man kommt sich anfangs vor wie in einem Film der späten 50er Jahren. George Clooney harmoniert wunderbar mit Cate Blanchett und Tobey Maguire. Allesamt spielen nahezu perfekt und absolut glaubhaft. Sehr belustigend sind die Szenen in denen, in der englischen Originalfassung Deutsch gesprochen wird. Glücklicherweise werden hier englische Untertitel eingeblendet um für besseres Verständnis zu sorgen. Vor allem Clooney und Blanchett zeigen hier ein weiteres Mal ihre wunderbare Wandlungsfähigkeit. Doch die Geschichte an sich ist alles andere als amüsant und so bekommt man hier eine deutliche Antwort auf die Frage „Wenn Krieg die Hölle war - was kommt danach?“. Der Film ist eine Mischung aus klassischen Spionagefilmen und Nachkriegsdramen und erinnert in einigen Momenten sehr an Sir Carol Reeds „Der dritte Mann“. Ein sehr wichtiger positiver Aspekt des Filmes ist, neben der Besetzung, auch der Soundtrack. Thomas Newman hat es hier geschafft eine sehr emotionale und dynamische Musik zu komponieren, die eine wunderbare Untermalung der Story darstellt. „The Good German“ ist ein sehenswertes Werk, das mit seiner anspruchsvollen Handlung vor allem auch geschichtsbewusstes Publikum faszinieren wird.

Punkte:

Autor: Daniel Fürg