Filmtest Juli - The Dark Knight

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Inhalt:
Ruhig ist es in Gotham eigentlich nie, das weiß auch Bruce Wayne alias Batman (Christian Bale) nur zu gut. Denn ein neuer Verbrecher treibt seit geraumer Zeit sein Unwesen, er hört auf den klangvollen Namen: Joker. Eben jener Joker (Heath Ledger) hat jüngst einen spektakulären Bankraub begangen. Doch diese Bank war kein gewöhnliches Geldinstitut, sie diente der örtlichen Mafia zur Geldwäsche. Diesen Verdacht hegt auch Lieutenant Jim Gordon (Gary Oldman), deshalb interessiert er sich auch in erster Linie für das Geld und weniger für den Joker. Aus diesem Grund versucht er bei dem aufstrebenden Staatsanwalt Harvery Dent (Aaron Eckhart) einen Durchsuchungs-Befehl für weitere Banken, die ebenfalls unter diesem Verdacht stehen, zu erwirken. Dent willigt ein und so stürmt Gordon mit seinen Leuten die Banken, doch die Mafia konnte ihr Geld rechtzeitig in Sicherheit bringen und die Polizei von Gotham steht mit leeren Händen da. Nun liegt es an Batman das Geld zu finden, um die Gangster so dingfest zu machen. Doch das ist mittlerweile gar nicht so leicht, denn der Joker bietet seine Dienste ebenfalls den Mafiosi an, sein Auftrag: Batman zu töten.

Kritik:
Wenn Not am Mann ist, reicht es eigentlich meist aus, die Polizei zu verständigen. Die Freunde und Helfer eines jeden anständigen Bürgers sind zumeist allzeit bereit und helfen, wo sie nur können. Doch was, wenn sich die Oberbösewichte dieser Welt gegen die Gesellschaft verschworen haben und nichts geringeres als deren Unterjochung oder Ausrottung im Sinn haben? Dagegen sind dann auch die Ordnungshüter machtlos und es braucht wahre Superhelden, um mit dem Problem fertig zu werden. Davon gibt es eine ganze Menge und sie alle entstammen vorwiegend Comic-Büchern. In New York sorgt beispielsweise Spider-Man, aus dem Hause der Marvel-Comics, für Recht und Ordnung, während in der fiktiven Großstadt Metropolis ein Vertreter der DC-Comics, niemand geringeres als Superman, nach dem Rechten sieht. Doch kann man Männern, die entweder wie eine Spinne an der Wand krabbeln oder ihre Unterhose über der Kleidung tragen denn wirklich vertrauen? Wohl kaum, und glücklicherweise gibt es da noch einen weitaus ernsteren, weil düsteren Superhelden, nämlich Batman. Dieser erlebte nach vier Verfilmungen im Zeitraum von 1989 bis 1997 im Jahr 2005 einen Neuanfang. Waren die Filme bis zu diesem Zeitpunkt noch vom bunten Comic-Look geprägt, brach der Regisseur von „Batman Begnis“, Christopher Nolan, mit dieser Tradition und versuchte, wie es der Titel bereits erkennen lässt einen Neustart. Das ganze Ambiente in der fiktiven Stadt Gotham wirkte nun dunkler und gefährlicher, auf bunte Farben wurde weitestgehend verzichtet und auch die Figur des Batman selbst wurde, den Comics entsprechend, eher als Antiheld denn als strahlendes Vorbild dargestellt. Der charismatische Waliser Christian Bale streifte sich damals das Fledermaus-Kostüm erstmals über und lieferte eine unglaubliche Performance als Verbrecherjäger ab. Sein Verdienst war es unter anderem, dass der Neubeginn der „Batman“-Reihe ein derart großer Erfolg wurde. Nun, drei Jahre später, kommt mit „The Dark Knight“ ein neuer Teil in die Kinos, ebenfalls mit Christpher Nolan als Regisseur, ebenfalls mit einem hervorragendem Christian Bale als Hauptdarsteller und ebenfalls wieder ungemein düster. Doch genau das ist es, was den Reiz von „The Dark Knight“ ausmacht. Batman ist kein leuchtender Held wie Superman mit gestylter Frisur und Schmalzlocke, er ist nunmal, wie es dieser Titel verdeutlicht, ein dunkler Ritter, der mit seinen inneren Konflikten beinahe mehr zu kämpfen hat als mit den Verbrechern, die er jagt. Diesmal geht es jedoch nicht um die eigene Angst wie noch in „Batman Begins“, sondern um die Last der Bürde eines Helden, welche Bruce Wayne alltäglich ertragen muss. Ständig für die Menschen da zu sein, sein eigenes Leben zu opfern, um das von Fremden zu retten, um dann am Ende doch verachtet zu werden, diese Gedanken ziehen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film. Dadurch wird eine unglaublich dunkle, beinahe schon bedrückende Atmosphäre erzeugt, die ungemein fesselt. Hinzu kommt, dass die Geschichte im Verlauf der 152 Minuten unzählige Wendungen erfährt. Sobald man denkt ein Problem wäre beseitigt, taucht sofort ein neues auf. Durch diese ständigen Rotationen im Bezug auf die Story wird der Zuschauer ständig aufs Neue an die Leinwand gebannt, es gibt so gut wie keinen Leerlauf, ständig passiert etwas. Wer nun allerdings glaubt, durch das ganze Düstere und Bedrohliche wäre „The Dark Knight“ ein todernster Film, in dem es nichts zu Lachen gibt, der irrt gewaltig. Denn „The Dark Knight“ strotzt nur so vor schwarzem Humor. Wenn etwa Batman auf die Aussage, er bekomme nun einen flexibleren Anzug mit dem er jetzt auch seinen Kopf drehen könne, nur lässig quittiert, das würde ihm immerhin das Rückwärts-Einparken erleichtern, ist das äußerst erheiternd. Und derartige Szenen hat der Film unglaublich viele zu bieten, voll von bissigen Kommentaren und trockenen Dialogen. Meistens gehen diese Aktionen vom Joker aus, etwa wenn er durch einen äußerst makaberen Trick einen Bleistift verschwinden lässt oder getarnt als Krankenschwester mit Kleid und Perücke umher stakst. Ohnehin ist die Darstellung des Jokers durch einen brillanten Heath Ledger das Highlight des Films. Die anderen namhaften Darsteller wie Sir Michael Cane, Gary Oldman, Morgan Freeman, Aaron Eckhart und natürlich Christian Bale, die alle ihre Aufgabe fantastisch erledigen, die unglaublich packende und wendungsreiche Handlung und die grandios inszenierte Action mit allerlei spannenden Kämpfen und berstenden Explosionen, untermalt von einem epochalen Score von Hans Zimmer, das alles ist eigentlich nur die Dreingabe zur überwältigenden Leistung von Heath Ledger. Ledger, der sich abgeschottet von der Außenwelt, monatelang akribisch auf diese Rolle vorbereitet hat, mimt einen so unglaublich irrsinnigen Psychopathen, dass man es mit der Angst zu tun bekommt. Seine ganze Mimik und Gestik ist bis ins Detail präzise geplant und einstudiert, es wirkt einfach alles so unglaublich real. Jemand hat einmal gesagt „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“, ginge es danach, hätte sich Heath Ledger mit dieser Rolle unsterblich gemacht.

Punkte:

Autor: Fabian Ohrner