Inhalt: Ach wie herrlich ruhig ist es doch in New York. Seitdem Doc Ock besiegt ist kann sich sogar Peter Parker (Tobey Maguire) wieder auf seine privaten Dinge konzentrieren und muss nicht ständig als Spider- Man den Superhelden mimen. Peter ist nämlich gerade sehr damit beschäftigt, sich um seine Freundin M.J. (Kirsten Dunst) zu kümmern und er hat vor, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Doch dann kommt ihm plötzlich Harry Osborn (James Franco) in die Quere. Dieser sinnt auf Rache, da er der festen Überzeugung ist, Spider-Man habe seinen Vater, den Kobold, umgebracht. Als Spider-Man dieser Gefahr in letzter Sekunde entgehen kann, ist der Ärger aber noch lange nicht vorbei. Flint Marko (Thomas Haden Church) ist aus dem Gefängnis entflohen und es stellt sich bald heraus, dass er der wahre Mörder von Peters Onkel ist. Aber durch einen Zufall gerät Flint an übermenschliche Kräfte und Spider-Man scheint deshalb nicht in der Lage ihn besiegen zu können. Doch eine fremdartige Substanz verleiht Parker plötzlich nicht nur seinen neuen, schwarzen Look sondern auch unglaubliche Kräfte. Aber schon bald merkt er, dass ihm diese Substanz zusehends schadet und es scheint keinen Weg zu geben sie loszuwerden...
Kritik: Superheldencomics sind etwas typisch Amerikanisches. Meist wird darin ein einfacher Durchschnittsbürger durch einen Zufall oder einen Schicksalsschlag zum Helden. Fortan sind ihm sowohl der Ruhm des gesamten Volkes als auch die Frauenherzen gewiss; ganz nach dem amerikanischen Traum also. Kein Wunder, dass große Comicfirmen wie etwa Marvel oder DC massig Kohle mit ihren Serienproduktionen verdienen. Da darf dann natürlich auch eine passende Verfilmung nicht fehlen und so verwundert es kaum, dass annähernd jeder Comicbuch-Held bereits seinen Platz in den dazugehörigen Filmen gefunden hat. Diese waren dann mehr oder minder gewinnbringend. Mit mehr als 1,6 Milliarden eingespielten US-Dollar zählen die „Spider-Man“-Filme sicher zu den erfolgreicheren Adaptionen und deshalb war es nur logisch, dass nach den beiden ersten Teilen nun ein dritter folgt. Abermals ist es darin ein gut aufgelegter Tobey Maguire, der sich das Kostüm des Spinnenmannes überstreift um durch die Häuserschluchten von New York zu schwingen. Und das ist auch das Beeindruckende an den Filmen: die wuchtigen Bilder und die damit vermittelte bombastische Action. Wenn Spidey in der Luft mit einem Widersacher kämpft, es die Beiden dabei ständig herumwirbelt und sie dadurch sogar Häuserwände zertrümmern, dann passiert das alles in derartig atemberaubender Geschwindigkeit, dass man ob diesen schwindelerregenden Bildern fast wie gelähmt im Kinosessel sitzt. Auch sonst kracht es an allen Ecken und Enden. Hinzukommt, dass das alles auch noch wunderbar animiert wurde. Die visuellen Effekte sind wirklich beeindruckend und tragen einen großen Teil zur stimmigen Atmosphäre bei. Vor allem der Sandman, bestehend aus unzähligen kleinen, sich bewegenden Sandkörnern sieht einfach phänomenal aus. Doch unglücklicherweise hat man zu viel in diesen Film hinein gepackt und das tut ihm ganz und gar nicht gut. Es wurden einfach zu viele verschiedene Handlungsstränge für einen einzigen Film aufgebaut, man weiß gar nicht mehr worauf man noch alles achten muss. Schade, denn Ideen wie etwa der schwarze Spider-Man oder sein Erzfeind Venom sind höchst interessante Ansätze. Und auch die Gegner, mit denen es Spider-Man zu tun bekommt reichen für mindestens zwei weitere Teile. Somit wirkt der Film schlichtweg zu überladen und dauert dadurch gegen Ende auch länger als eigentlich nötig. Auch der überschwängliche Pathos ist teilweise schon fast nicht mehr zu ertragen. Egal ob es nun die kitschigen Bilder, unter anderem von einem heldenhaften Spider-Man vor der wehenden, amerikanischen Flagge oder doch die überzogene Darstellung von Gefühlen sind, es wirkt einfach zu oft aufgesetzt und übertrieben. Summa summarum also wieder nur Popcorn-Kino mit viel, teils augenzwinkerndem Humor, an einer Stelle ertönt beispielsweise ganz leise das Titellied der alten Fernsehserie, und jeder Menge hochwertiger Action – typisch amerikanisch eben.