Filmtest September - Shoot 'Em Up

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Inhalt:
Eine schwangere Frau umzubringen sollte, so grausam sich das anhört, eigentlich nicht allzu schwer sein. Das denken sich auch eine handvoll Auftragskiller, die eine hochschwangere Frau in eine einsame Lagerhalle getrieben haben, um sie dort zu töten. Wäre da nicht eine Unbekannter mit dem viel sagenden Namen Mr. Smith (Clive Owen). Der weiß um seine Pflichten als anständiger Bürger und eilt der Dame zu Hilfe. Doch Mr. Smith ist nicht einfach nur ein gewöhnlicher Mann, er kann nämlich ungeheuer gut schießen. Nachdem er der Frau, noch während der Auseinandersetzung mit den Killern, geholfen hat, ihr Baby zu gebären, versucht er nun Mutter und Kind aus dem Kugelhagel zu befreien. Doch unglücklicherweise trifft ein Schuss die noch junge Mutter genau in den Kopf und tötet sie auf der Stelle. Smith kann daraufhin trotz Überzahl der Killer mit dem Baby entkommen, was deren Anführer Hertz (Paul Giamatti) mächtig erzürnt, denn er hatte den ausdrücklichen Auftrag Mutter und Kind zu erledigen. Kurzerhand beschließt Hertz mit seinen Männern den Unbekannten zu verfolgen. Dieser sucht Hilfe bei einer alten Bekannten, der Prostituierten DQ (Monica Bellucci). Nach anfänglicher Ablehnung erklärt sie sich letztendlich doch dazu bereit, sich um das neugeborene Kind zu kümmern. Von den Killern verfolgt macht sich Mr. Smith mit DQ und dem Baby im Schlepptau auf die Suche nach der Antwort auf die Frage: Wer würde warum in aller Welt den Mord an einer Mutter und ihrem neugeborenen Kind in Auftrag geben?

Kritik:
Die Karotte ist schon ein tolles Gemüse. Zum einen ist sie, wie eigentlich jedes andere Gemüse auch, ausgesprochen gesund. Durch ihre zahlreichen Ballastund Mineralstoffe, sowie durch das enthaltene Vitamin A sorgen die Gelben Rüben dafür, dass der Mensch einigermaßen gesund bleibt. Zum anderen werden dem Gewächs aus der Familie der Doldenblütler aber auch gar wundersame Eigenschaften nachgesagt. Denn wie heißt es so schön, wer ausreichend Möhren am Tag vertiglt, der wird sich auch in hohem Alter noch bester Sehkraft erfreuen. Seit neuestem werden Mohrrüben aber auch von harten Burschen verzehrt und die gelben Wurzeln eigenen sich auch hervorragend zum Töten. Wie, das wussten Sie nicht? Nun Mr. Smith, der Hauptcharakter in Michael Davis‘ neuem Film „Shoot ‚Em Up“, hat immer eine Karotte dabei und isst sie nicht nur, sondern er scheut sich auch nicht, diese seinen Gegnern in die Augen oder den Hals zu rammen, manchmal hilft sie ihm sogar seine Waffe zu betätigen. Anhand dieser Tatsache lässt sich erkennen, dass es sich bei besagtem Mr. Smith entweder um einen äußerst brutalen, gnadenlosen oder einen denkbar coolen Zeitgenossen handelt. Sicherlich wendet Mr. Smith ständig Gewalt an, doch dazu wird er gezwungen und deshalb lässt sich konstatieren, dass er vor allem eines ist: unbeschreiblich cool. Das liegt natürlich an Clive Owen, der mit seiner phänomenalen schauspielerischen Leistung einen der coolsten und lässigsten Leinwandhelden aller Zeiten erschafft. So dreckig, so makaber, war selten jemand, doch genau daher rührt der Charme dieser Figur. Allein schon sein Äußeres, ungewaschen, unrasiert und stets in den gleichen, alten und schmutzigen Klamotten, wirkt schön schmutzig und rabiat. Hinzukommt, dass er, in bester Bruce Willis- Manier, immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat, der nicht zu selten vor schwarzem Humor nur so strotzt. Doch vor allem bei den unzähligen Schießereien zeigt sich, was wirklich in ihm steckt.. Und genau diese Feuergefechte sind bei weitem das Aberwitzigste, Lustigste und mitunter Genialste was man je gesehen hat. Hier bekriegen sich nicht nur zwei Parteien mit Waffen, was hier passiert ist in höchstem Maße choreographiert, stilvoll und so umwerfend eindrucksvoll inszeniert, wie es John Woo nicht besser hätte machen können. Hier wird während einer Schießerei mal schnell ein Kind entbunden, oder man duelliert sich im Fall aus einem Flugzeug, oder der Held springt beim frontalen Aufprall zweier Autos effektvoll durch die Windschutzscheiben vom einem ins andere Fahrzeug um die Insassen hinterrücks zu ermorden, oder, oder, oder. Die Liste könnte nahezu endlos fortgeführt werden, ohne dass Aktionen auch nur ein Fünkchen an Originalität verlieren würden. Natürlich trotzen diese Szenen nahezu allen physikalischen Gesetzen die unsere wunderbare Welt in ihren Fugen halten und erklären. Jeder Physiker oder andere Wissenschaftler würde beim Anblick dieses Filmes sicherlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und auch so kann man sich fragen, in wie weit eine derart unrealistische Darstellung, bei einem um Realitätsnähe bemühten Film Sinn macht. Doch erstens sind die Szenen so genial, eben weil man es mit beispielsweise der Schwerkraft nicht so genau genommen hat. Und zweitens nimmt sich der Film selbst nicht so ernst und ist höchst selbstironisch. Hauptsächlich die oben erwähnten Actionszenen sind nämlich mit derart viel augenzwinkerndem Humor und verrückt komischen Bildern angereichert, dass man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt. Auch die Dialoge sind einfach nur köstlich und das liegt vorwiegend an Paul Giamatti. Durch seine herrliche Darstellung eines ständig schwafelnden, immer fluchenden und etwas durchgeknallten Auftragskillers verleiht er dem Film zusätzlich etwas wundervoll komisches. Dass Monica Bellucci durch ihre gewohnt aufreizend attraktive Art auch in diesem, unsagbar witzigen, Actionfeuerwerk wieder fabelhaft aussieht, lohnt der Erwähnung nicht. Diese Frau ist nämlich immer überaus sexy, bei fast allem was sie macht. Ach, das wussten Sie?

Punkte:

Autor: Fabian Ohrner