Inhalt: Innerhalb der Mafia gibt es eine klare Rangordnung,
vom großen Don bis hin zum kleinen
Handlanger, jeder hat klare Aufgaben zu
erledigen. Joey Gazelle (Paul Walker) ist ein
solcher Handlanger und kümmert sich darum
schmutzige Waffen nach deren Gebrauch verschwinden
zu lassen. Als bei einem verpatzten
Drogendeal ein korrupter Cop erschossen
wird muss Joey die Tatwaffe verstecken. Doch
der russische Nachbarjunge Oleg (Cameron
Bright) klaut diesen Revolver und flieht damit
durch die Stadt. Nun muss ihn Joey mit Hilfe
seiner Frau (Vera Farmiga) und seines Sohnes
(Alex Friedlander) binnen einer Nacht wieder
finden um die Leben aller Beteiligter zu retten,
doch das ist nicht so leicht, denn mittlerweile
sitzen Gazelle die eigenen Leute, die russische
Mafia und der harte Cop Rydell (Chazz
Palminter) im Nacken.
Kritik: Fällt das Wort Mafiafilm kommen den meisten
Menschen so hochkarätige Namen wie „Der
Pate“, „Goodfellas“ oder auch „Es war einmal
in Amerika “ in den Sinn. Auch assoziieren viele
Leute diese Filme mit ausgedehnten Dialogen,
großen Familienfesten und ehrenwerter Ausdrucksweise.
Doch Regisseur Wayne Kramer
zeigt auf sehr ansprechende Art und Weise,
dass man selbiges Thema auch in einen äußerst
rasanten Actionfilm einflechten kann. Die
mitreißende Story ist durch mehrere, parallel
ablaufende Handlungsstränge sehr spannend
erzählt und schafft es, bis auf einige wenige
Momente, den Zuschauer bei Laune zu halten.
Ein paar kleinere Logikfehler haben sich dann
leider auch noch eingeschlichen, über diese
kann man aber bei den amüsanten Dialogen
dann fast schon wieder schmunzeln. Generell
zeigt der Film an einigen Stellen, dass er viel
für schwarzen Humor und dreckige Sprache
übrig hat, es kommen wahrscheinlich mehr
Schimpfwörter vor als in einer Folge von
„Beavis & Butthead“. Das heißt aber keinesfalls,
dass es hier durchweg lustig zugeht,
denn ein pädophiles Ehepaar auf Kinderjagd
gehört gewiss in die Kategorie schwerverdauliche
Kost. Und auch an Brutalität und Blut
mangelt es hier keinesfalls, diese Elemente
werden durch die harte Atmosphäre sogar
noch verschärft. Die Darsteller vermitteln diese
Stimmung auch sehr glaubhaft, allen voran
ein hervorragender Paul Walker, dem die
Rolle des dauerhaft fluchenden Familienvaters
wie auf den Leib geschrieben scheint. Natürlich
darf bei einem derartigen Film die Action
nicht fehlen und so wird auch hier kräftig geschossen
und draufgehauen. Dabei legt der
Regisseur einen sehr eigenen Stil an den Tag,
kleinere Rückblenden und plötzliche Farbund
Schärfenwechsel wirken zwar manchmal
etwas seltsam, sind aber meistens sehr nützlich
und unterscheiden den Film von anderen
Vertretern des Genres. Ähnlichkeiten zu Mafiafilmen
blitzen indes immer wieder auf und
so verwundert es kaum wenn auch Brian De
Palmas Werk „Scarface“ zitiert wird.