Filmtest April - Running Scared

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Inhalt:
Innerhalb der Mafia gibt es eine klare Rangordnung, vom großen Don bis hin zum kleinen Handlanger, jeder hat klare Aufgaben zu erledigen. Joey Gazelle (Paul Walker) ist ein solcher Handlanger und kümmert sich darum schmutzige Waffen nach deren Gebrauch verschwinden zu lassen. Als bei einem verpatzten Drogendeal ein korrupter Cop erschossen wird muss Joey die Tatwaffe verstecken. Doch der russische Nachbarjunge Oleg (Cameron Bright) klaut diesen Revolver und flieht damit durch die Stadt. Nun muss ihn Joey mit Hilfe seiner Frau (Vera Farmiga) und seines Sohnes (Alex Friedlander) binnen einer Nacht wieder finden um die Leben aller Beteiligter zu retten, doch das ist nicht so leicht, denn mittlerweile sitzen Gazelle die eigenen Leute, die russische Mafia und der harte Cop Rydell (Chazz Palminter) im Nacken.

Kritik:
Fällt das Wort Mafiafilm kommen den meisten Menschen so hochkarätige Namen wie „Der Pate“, „Goodfellas“ oder auch „Es war einmal in Amerika “ in den Sinn. Auch assoziieren viele Leute diese Filme mit ausgedehnten Dialogen, großen Familienfesten und ehrenwerter Ausdrucksweise. Doch Regisseur Wayne Kramer zeigt auf sehr ansprechende Art und Weise, dass man selbiges Thema auch in einen äußerst rasanten Actionfilm einflechten kann. Die mitreißende Story ist durch mehrere, parallel ablaufende Handlungsstränge sehr spannend erzählt und schafft es, bis auf einige wenige Momente, den Zuschauer bei Laune zu halten. Ein paar kleinere Logikfehler haben sich dann leider auch noch eingeschlichen, über diese kann man aber bei den amüsanten Dialogen dann fast schon wieder schmunzeln. Generell zeigt der Film an einigen Stellen, dass er viel für schwarzen Humor und dreckige Sprache übrig hat, es kommen wahrscheinlich mehr Schimpfwörter vor als in einer Folge von „Beavis & Butthead“. Das heißt aber keinesfalls, dass es hier durchweg lustig zugeht, denn ein pädophiles Ehepaar auf Kinderjagd gehört gewiss in die Kategorie schwerverdauliche Kost. Und auch an Brutalität und Blut mangelt es hier keinesfalls, diese Elemente werden durch die harte Atmosphäre sogar noch verschärft. Die Darsteller vermitteln diese Stimmung auch sehr glaubhaft, allen voran ein hervorragender Paul Walker, dem die Rolle des dauerhaft fluchenden Familienvaters wie auf den Leib geschrieben scheint. Natürlich darf bei einem derartigen Film die Action nicht fehlen und so wird auch hier kräftig geschossen und draufgehauen. Dabei legt der Regisseur einen sehr eigenen Stil an den Tag, kleinere Rückblenden und plötzliche Farbund Schärfenwechsel wirken zwar manchmal etwas seltsam, sind aber meistens sehr nützlich und unterscheiden den Film von anderen Vertretern des Genres. Ähnlichkeiten zu Mafiafilmen blitzen indes immer wieder auf und so verwundert es kaum wenn auch Brian De Palmas Werk „Scarface“ zitiert wird.

Punkte:

Autor: Fabian Ohrner