Reportage - Quentin Tarantino

Quentin Tarantino ist einer der bekanntesten und anerkanntesten Regisseure unserer Zeit, jedoch sorgen seine Filme zuweilen immer wieder für Diskussionen, denn Tarantino pflegt seinen ganz eigenen, äußerst umstrittenen Stil. Geboren am 27. März 1963 in Knoxville, Tennessee, spürte er schon früh seine Verbundenheit zu dem Thema Film, allerdings wollte er ursprünglich Schauspieler werden und nahm aus diesem Grund Schauspielunterricht. Mit 22 Jahren arbeitete er in einer Videothek und eignete sich dabei sein enormes Filmwissen an. Gleichzeitig besaß er ein großes schreiberisches Talent und mit Hilfe seiner Phantasie schrieb er schon damals ganze Drehbücher. Als er dann mit seinem ersten großen, eigenen Projekt „Reservoir Dogs“ beginnen wollte fehlten im allerdings die finanziellen Mittel und so verkaufte er kurzerhand sein Drehbuch zu „True Romance“ an Tony Scott. Als das Script zu „Reservoir Dogs“ dann dem Produzenten Lawrence Bender in die Hände fiel, war dieser sofort begeistert und stellte ein ordentliches Budget zur Verfügung. Gleichzeitig schaffte es Bender Top-Schauspieler wie Harvey Keitel oder Steve Buscemi an Bord zu holen. Trotz der rohen Gewalt und dem großen Zynismus wurde der Film ein riesiger Erfolg und katapultierte Tarantino sogleich in die Riege der gefragtesten Regisseure Hollywoods. Dadurch wurden auch seine anderen Drehbücher sehr begehrt und Oliver Stone verfilmte „Natural Born Killers“, allerdings mit starken Abweichungen gegenüber dem Original-Script. Seinen zweiten Geniestreich landete Tarantino mit dem Episodenfilm „Pulp Fiction“, für den er unter anderem den Oscar für das beste Originaldrehbuch und die goldene Palme von Cannes bekam. Diese phänomenale Story über einen Boxer und zwei abgehalfterte Profikiller sorgt allerdings für Kontroversen, da viele Leute die Gewaltdarstellung in Verbindung mit der fast schon fröhlichen Musik gewaltverherrlichend finden. Jedoch ist der Soundtrack in keiner Weise fehl am Platze und Tarantino legt bei all seinen Filmen äußerst viel Wert auf eine stimmige Musik. Nebenbei schaffte es der Regisseur hier von schauspielerischen Größen wie John Travolta oder Samuel L. Jackson Höchstleistungen zu fordern. Danach arbeitete Tarantino bei „Four Rooms“ als Regisseur und Drehbuchautor mit und half seinem Kumpel Robert Rodriguez bei „From Dusk Till Dawn“ und „Desperado“, beide Male als Autor und Schauspieler. Er fand ja wie schon erwähnt sehr viel Gefallen an der Schauspielerei und spielte unter anderem in eigenen Projekten wie „Pulp Fiction“, „Reservoir Dogs“ oder „Four Rooms“ mit, hatte aber auch einen Gastauftritt in der Fernsehserie „Alias“. Mit „Jackie Brown“ gelang ihm 1997 eine sehr gemächliche, aber keinen Falls langweilige Adaption des Romans „Rum Punch“, wieder gespickt mit Topstars wie Robert De Niro oder Michael Keaton. Sein aktueller Zweiteiler „Kill Bill Vol 1 & Vol 2“ ist eine Hommage an die alten asiatischen Kinofilme, für die Tarantino eine große Vorliebe hat. Von den Kamerafahrten bis zu den Kämpfen, alles erinnert an diese glorreichen Werke. Wen wundert es da, dass sogar Altstars wie Sonny Chiba oder David Carradine mit von der Partie sind und die edlen Katanas die mächtigsten Waffen sind. Und seiner „Lieblingsschauspielerin“ Uma Thurman ist die Rolle der nach Rache durstenden Frau wie auf den Leib geschrieben. Und wo „Kill Bill Vol 1“ noch durch ausgefeilte Schwertkämpfe mit massig Kunstblut besticht, ist es bei „Kill Bill Vol 2„ die tolle Geschichte, natürlich geschrieben vom Meister selbst. Zuletzt führte Quentin Tarantino bei einer Passage des Kultfilms „Sin City“ Regie, seinem Freund Robert Rodriguez zu Liebe.


Autor: Fabian Ohrner