Filmtest September - Ratatouille

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Inhalt:
Ratten sind in Küchen meist nicht so gerne gesehen, doch das hindert Ratte Remy nicht daran sich in eben diesen Raum des Pariser Sternerestaurants von Starkoch Antoine Gusteau einzuschleusen. Seit jeher träumt die kleine Ratte davon ein berühmter Chefkoch zu werden, doch das Gewerbe in das er sich dort bewegen möchte ist nicht gerade nagetierfreundlich. Von solch Problemen lässt er sich jedoch nicht abhalten. Zufällig kommt es dazu, dass er mit seinen Kochkünsten den Küchenjungen Linguini rettet. Das ist die Chance für Remy und Linguini, der ohne Hilfe überhaupt nicht kochen kann ist auf ihn angewiesen. So kommt es, dass die beiden beschließen miteinander zu kochen. Wie das geht? Ein Mensch und eine Ratte? Sprechende Tiere? Nein, keineswegs. Remy und Linguini verstehen sich ohne Worte. Die Ratte versteckt sich unter der Kochmütze und steuert sein menschliches Küchen-Ich wie eine Marionette indem er an dessen Haaren zieht. Die beiden schaffen es das Restaurant, dessen Koch Gusteau kürzlich verstorben ist wieder auf den rechten Weg zu bringen. Doch eine Ratte in der Küche, kann das dauerhaft funktionieren? Nun ja, ich >> denke Sie sollte ins Kino gehen und das selbst herausfinden!

Kritik:
Kochende Ratten? Ich gebe zu hierfür bedarf es ein wenig an Vorstellungskraft. Doch dieser Film wäre kein Werk aus der Pixar- Erfolgsschmiede, wenn er diese Problematik nicht aus der Welt schaffen könnte. Es gab wohl noch nie einen Film indem einem dieses sonst eher unsympathische Getier so freundlich und liebenswert vorgestellt worden ist. Remy hat so gar nichts von einem dreckigen, krankheitsübertragendem Ungeziefer. Er ist vielmehr ein sehr sympathischer Weggefährt, den man sofort auch in seiner eigenen Küche kochen lassen würde. Das liegt auch daran, dass einem bei den von ihm und Linguini zubereiteten Gerichten – trotz der Tatsache, dass es sich hier um einen Animationsfilm handelt – im wahrsten Sinne das Wasser im Munde zusammenläuft. „Ratatouille“ ist ein wahres Meisterwerk der Animationskunst und man könnte, ja man muss sogar sagen, dass dies der beste Animationsfilm ist, den es je gegeben hat. Sicherlich gab es Filme wie „Findet Nemo“, „Shrek“, „Die Monster AG“ oder auch „Cars“ bei denen man sich wunderbar amüsieren konnte und auch eine gewisse Beziehung zu den Figuren aufbauen konnte, doch „Ratatouille“ ist mehr als das und um etwas vergleichbares zu finden muss man in Disneys Anfangszeiten bis zu Filmen wie „Bambi“ oder „Schneewittchen“ zurückblicken, Filme in denen man die Magie der Disney-Figuren noch spüren konnte. Hierbei handelt sich es jedoch wiederum um Zeichentrickfilme, etwas Ähnliches im Animationsbereich zu finden ist meiner Meinung nach nicht möglich. Die Figuren wurden mit so viel Liebe in Szene gesetzt, dass man von dieser Leidenschaft durch die Leinwand hindurch angesteckt wird. Das spürt man bereits des Vorfilmes, der wieder einmal ein wahres Vergnügen geworden ist. Um durch diesen Text einen kleinen Einblick zu bekommen wie viel Mühe man sich hier gegeben hat helfen vielleicht die folgenden Fakten. Damit alle Nahrungsmittel und Gerichte möglichst real wirken zu lassen haben die Filmemacher im Computer mehr als 270 verschiedene Lebensmittel kreiert. Alle Speisen wurden zunächst in einer echten Küche real zubereitet, als Vorlage abfotografiert und anschließend verspeist. Um einen realistisch wirkenden Komposthaufen erschaffen zu können hat man den Verfall von 15 verschiedenen Obstund Gemüsesorten genau beobachtet und dokumentiert. Regisseur Brad Bird und Produzent Brad Lewis genossen mehrstündige Mehr-Gänge- Menüs im renommierten Restaurant „The French Laundry“ in Napa bei San Francisco und diversen Pariser Edelrestaurants um ihre Kenntnisse in Sachen Haute Cuisine aufzupolieren. Brad Lewis absolvierte darüber hinaus sogar ein zweitägiges Praktikum im „French Laundry“ bei Inhaber Thomas Keller und seinem Team. „Ratatouille“, das sind 118 Minuten voller Emotionen und Humor. Danach wird man den Kinosaal verlassen und noch einige Zeit über diesen Film nachdenken und das schöne daran ist, dass das Alter des Kinobesuchers hierbei vollkommen irrelevant ist. So war das ja auch schon zu Walt Disneys Zeiten...

Punkte:

Autor: Daniel Fürg