Inhalt: Ratten sind in Küchen
meist nicht
so gerne gesehen,
doch das hindert
Ratte Remy nicht
daran sich in eben diesen
Raum des Pariser Sternerestaurants
von Starkoch Antoine
Gusteau einzuschleusen.
Seit jeher träumt die kleine
Ratte davon ein berühmter
Chefkoch zu werden, doch das
Gewerbe in das er sich dort bewegen
möchte ist nicht gerade
nagetierfreundlich. Von solch
Problemen lässt er sich jedoch
nicht abhalten. Zufällig kommt
es dazu, dass er mit seinen
Kochkünsten den Küchenjungen
Linguini rettet. Das ist die
Chance für Remy und Linguini,
der ohne Hilfe überhaupt nicht
kochen kann ist auf ihn angewiesen.
So kommt es, dass die
beiden beschließen miteinander
zu kochen. Wie das geht?
Ein Mensch und eine Ratte?
Sprechende Tiere? Nein, keineswegs.
Remy und Linguini
verstehen sich ohne Worte.
Die Ratte versteckt sich unter
der Kochmütze und steuert
sein menschliches Küchen-Ich
wie eine Marionette indem
er an dessen Haaren zieht.
Die beiden schaffen es das
Restaurant, dessen Koch Gusteau
kürzlich verstorben ist
wieder auf den rechten Weg
zu bringen. Doch eine Ratte
in der Küche, kann das dauerhaft
funktionieren? Nun ja, ich
>>
denke Sie sollte ins Kino gehen
und das selbst herausfinden!
Kritik: Kochende Ratten? Ich
gebe zu hierfür bedarf
es ein wenig an Vorstellungskraft.
Doch dieser Film
wäre kein Werk aus der Pixar-
Erfolgsschmiede, wenn er diese
Problematik nicht aus der
Welt schaffen könnte. Es gab
wohl noch nie einen Film indem
einem dieses sonst eher
unsympathische Getier so
freundlich und liebenswert
vorgestellt worden ist. Remy
hat so gar nichts von einem
dreckigen, krankheitsübertragendem
Ungeziefer. Er ist vielmehr
ein sehr sympathischer
Weggefährt, den man sofort
auch in seiner eigenen Küche
kochen lassen würde. Das
liegt auch daran, dass einem
bei den von ihm und Linguini
zubereiteten Gerichten – trotz
der Tatsache, dass es sich hier
um einen Animationsfilm handelt
– im wahrsten Sinne das
Wasser im Munde zusammenläuft.
„Ratatouille“ ist ein wahres
Meisterwerk der Animationskunst
und man könnte, ja man
muss sogar sagen, dass dies
der beste Animationsfilm ist,
den es je gegeben hat. Sicherlich
gab es Filme wie „Findet
Nemo“, „Shrek“, „Die Monster
AG“ oder auch „Cars“ bei denen
man sich wunderbar amüsieren
konnte und auch eine gewisse Beziehung zu den Figuren
aufbauen konnte, doch
„Ratatouille“ ist mehr als das
und um etwas vergleichbares
zu finden muss man in Disneys
Anfangszeiten bis zu Filmen
wie „Bambi“ oder „Schneewittchen“
zurückblicken,
Filme in denen man die Magie
der Disney-Figuren noch spüren
konnte. Hierbei handelt
sich es jedoch wiederum um
Zeichentrickfilme, etwas Ähnliches
im Animationsbereich
zu finden ist meiner Meinung
nach nicht möglich. Die Figuren
wurden mit so viel Liebe
in Szene gesetzt, dass man von
dieser Leidenschaft durch die
Leinwand hindurch angesteckt
wird. Das spürt man bereits
des Vorfilmes, der wieder einmal
ein wahres Vergnügen geworden
ist. Um durch diesen
Text einen kleinen Einblick zu
bekommen wie viel Mühe man
sich hier gegeben hat helfen
vielleicht die folgenden Fakten.
Damit alle Nahrungsmittel
und Gerichte möglichst
real wirken zu lassen haben
die Filmemacher im Computer
mehr als 270 verschiedene Lebensmittel
kreiert. Alle Speisen
wurden zunächst in einer
echten Küche real zubereitet,
als Vorlage abfotografiert und
anschließend verspeist. Um
einen realistisch wirkenden
Komposthaufen erschaffen zu
können hat man den Verfall
von 15 verschiedenen Obstund
Gemüsesorten genau beobachtet
und dokumentiert.
Regisseur Brad Bird und Produzent
Brad Lewis genossen
mehrstündige Mehr-Gänge-
Menüs im renommierten Restaurant
„The French Laundry“
in Napa bei San Francisco und
diversen Pariser Edelrestaurants
um ihre Kenntnisse in
Sachen Haute Cuisine aufzupolieren.
Brad Lewis absolvierte
darüber hinaus sogar ein zweitägiges
Praktikum im „French
Laundry“ bei Inhaber Thomas
Keller und seinem Team.
„Ratatouille“, das sind 118 Minuten
voller Emotionen und
Humor. Danach wird man den
Kinosaal verlassen und noch
einige Zeit über diesen Film
nachdenken und das schöne
daran ist, dass das Alter des
Kinobesuchers hierbei vollkommen
irrelevant ist. So war
das ja auch schon zu Walt Disneys
Zeiten...