Filmtest November - Paris, Paris

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Inhalt:
Mitte der 30er Jahre in Paris: die Belegschaft des Musiktheaters „Chansonia“ kämpft darum, dass geschlossene Haus mit einer eigenen Show wieder zu eröffnen- allen voran die drei Freunde Pigoil (Gérard Jugnot), Milou (Clovis Cornillac) und Jacky (Kad Merad). Als Pigoil das Sorgerecht für seinen Sohn Jojo (Maxence Perrin) entzogen wird, bricht für den arbeitslosen Bühnenarbeiter eine Welt zusammen. Die Show muss zum Erfolg werden, denn nur so hat er eine Chance seinen Sohn zurückzubekommen. Mit der jungen Sängerin Douce (Nora Arnezeder) finden sie einen echten Star- doch auch auf Douce hat nicht nur Milou, sondern auch Galapiat, der Obergangster des Viertels, ein Auge geworfen. Nach einem anfänglichen Reinfall holen sich Douce und die Männer des „Chansonia“ Hilfe vom legendären Monsieur Radio (Pierre Richard), einem ehemaligen Starkomponisten. Mit seiner Hilfe stellen sie eine Show auf die Beine, wie sie Paris noch nie gesehen hat....

Kritik:
Nach dem überwältigenden Erfolg von „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, der in Deutschland über eine Million Zuschauer in die Kinos lockte, präsentiert Regisseur Christophe Barratier sein neues Werk „Paris, Paris- Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück“. Die politische Situation Frankreichs in den 30er Jahren in Kombination mit der Entwicklung des Theaters „Chansonia“ - eigentlich ein interessantes Szenario. Doch dieses Ambiente wird durch verworrene und nicht wohl durchdachte Handlungsstränge und ständig wechselnde Schauplätze zerstört. So verliert man als Zuschauer bereits am Anfang den Überblick und kann kaum noch folgen. Keine der Teilgeschichten hat Tiefgang oder kann den Zuschauer in die politische Dimension der damaligen Situation Frankreichs hineinversetzen. Es geht um die Vater-Sohn-Konstellation, die Liebe zum Theater, die ominöse Geschichte um Monsieur Radio und die dramatische Liebesgeschichte zwischen Douce und Milou. Doch hier wird schon die Überzahl der Geschichten offensichtlich. Die meisten Szenarien werden nur angerissen und verlieren ihre semantische Qualität im Filmkontext. So kann man sich als Zuschauer nur zwei Stunden reiner Oberflächlichkeit antun und versuchen sich zusammenzureimen, wie die Entwicklung der Geschichten gemeint war. Warum verlässt Monsieur Radio seit 20 Jahren nicht mehr sein Haus? Warum gibt sich Pigoils Frau ungeniert zu Anfang des Filmes diversen Liebschaften im Theater hin, ohne ihre Motivation zu zeigen? Warum fallen sich Sohn und Vater bei ihrem langersehnten Wiedertreffen nicht in die Arme und spielen stattdessen Akkordeon und singen ihrer schlafenden Nachbarschaft was vor? Soll hierbei etwas inszeniert werden, was der Zuschauer nicht versteht? Phasenweise möchte man vor lauter Kitsch und Unlogik das Kino verlassen. Der Film verwirrt und langweilt zugleich, da die Dynamik währenddessen vollkommen entschwindet. Hiervon kann man nur durch nette Bilder von Paris und kitschiger Musik getröstet werden. Doch auch die Musikstücke, abgesehen von „Paris, Paris“, das Douce bei ihrem ersten Theaterauftritt singt, scheinen total verworren und ohne reflexive Betrachtung der Schauplätze in die Handlung eingebaut zu sein. Man kann sich auch nach dem Kinobesuch, im Gegensatz zu den Liedern aus „Die Kinder von Monsieur Mathieu“, keinen einzigen Song ins Gedächtnis rufen, was die Prägnanz des Filmes somit leider total unterläuft. Schade, ein interessantes Ambiente filmisch total missinterpretiert und falsch aufgebaut.

Punkte:

Autor: Christina Theodoridou

Zusatzmaterial:
- Trailer