Inhalt: Der im Afrika-Feldzug schwer verwundete Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg steht loyal zur Heimat, Volk und Vaterland. Doch als Europa und die halbe Welt in Flammen aufgehen
und er um die Massenmorde
und Verbrechen Hitlers weiß, ist auch von Stauffenberg sicher, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen
ist und sein ganzes Volk ins Verderben führen wird. Der überzeugte Patriot
begreift, dass Werte wie Ehre und Gerechtigkeit bedeutungslos
geworden sind, dass Soldaten und ganze Völker
sinnlos geopfert werden und sein Vaterland in eine ungeheure, umfassende Katastrophe steuert. 1943 schließt er sich einer Widerstandsgruppe
an: Offiziere, Diplomaten, Aristokraten und Christen, vereint durch einen Ehre- und Wertekodex
aus militärischem Gehorsam,
tiefem Glauben und Visionen nationaler Größe. Mit der genialen Strategie Hitlers eigene Notfallplanung
- die sogenannte „Operation
Walküre“ - zu nutzen, planen diese Verschwörer den Führer zu beseitigen, sein Regime zu stürzen und die Schlüsselressorts der Reichsführung mit ihren Männern zu besetzen. Für das Schicksal von Millionen Menschen setzen sie ihr eigenes
und das Leben ihrer Familien aufs Spiel. Nach mehreren fehlgeschlagenen Attentatsversuchen möchte von Stauffenberg den Angriff
auf Hitler selbst verüben.
Er soll mit einer mit Sprengstoff präparierten Aktentasche in der „Wolfsschanze“
stattfinden. Seine Bombe detoniert und von Stauffenberg kann Richtung Berlin fliehen. In der Überzeugung,
dass Hitler getötet wurde, beginnt „Operation Walküre“ anzulaufen...
Kritik: Gerüchte, Publicity und schlechte Nachrede
musste sich dieser Film schon gefallen lassen. Kann ein bekennender
Scientologe einen Helden des deutschen Widerstandes
spielen? Kann man als Deutscher einen Tom Cruise als Stauffenberg auf der Leinwand ertragen? Doch prinzipiell ist die Frage nach der Qualität des Films nicht aufgrund derartiger Außenfaktoren von vornherein
geklärt.
Operation Walküre ist wahrscheinlich
kein Historiendrama,
das lange nachwirken
wird. Noch ist der Film ein Flop, wie viele mutmaßen.
Stattdessen ist er durchaus ein resoluter Film, der an wichtigen deutschen Originalschauplätzen gedreht
wurde und über eine detailgetreue Aufarbeitung der Geschichte um Stauffenberg
bemüht ist. Prinzipiell
fokussiert der Film sich auf eine starke psychologische
Studie der wichtigsten
Männer um Hitler, die einen Putschversuch planen. Kriegsszenarien und Kriegsatmosphäre sind in diesem Film maximal im Ansatz zu bemerken. Dies ist auch kein Nachteil, denn der Spannungsbogen ist auf Bürogespräche, die Kommunikation
der Männer und deren Verbindung zueinander
aufgebaut. Ein klarer Pluspunkt für den Film, der trotz bereits klaren Endes eine interessante Spannungsebene
zwischen Zuschauer
und filmischer Kulisse
konstruiert. Zusätzlich hatten die Autoren Christopher
McQuarrie und Nathan Alexander lange in Archiven gestöbert, was dazu geführt hat, dass die Uniformen und Abzeichen geschichts- und detailgetreu nachgebildet wurden.
Doch was sind die negativen Seiten des Films? Hier spielt dann doch die Erwartungshaltung
des Zuschauers eine Rolle. Der Zuschauer sieht einen leuchtenden, perfekt konstruierten Helden: Stauffenberg
- verkörpert von Tom Cruise. Alle seine Kollegen
und seine Mitverbündeten
haben Ecken und ihre charakterlichen Schwächen, doch Stauffenberg nicht. Er opfert sich komplett für die Mission auf. Dass seine
Familie (die das Attentat
und die Nachwirkungen überlebte) wahrscheinlich zu Tode kommen könnte, nimmt er ohne große Emotionalität
hin. Eine der prägnantesten
Filmszenen ist, als Stauffenberg durch seinen
Vorgesetzten Fromm zum Hitlergruß aufgefordert
wird. Er streckt provozierend
seinen handlosen Arm zum Gruß aus. Eine Sequenz,
die trotz der verrufenen
Figurenkonstellation nachwirkt...
Ein Film von Regisseur Singer,
der trotz vieler kontroverser
Diskussionen berührt. Akribische Recherchen,
keine Geschichtsfälschung...
Eine angestrebte innerdeutsche Revolte, die leider nicht positiv ausgeht. Eine tickende Zeitbombe, die Hitler und sein Regime hätte stoppen können. Und wenn sie explodiert, ist man als Zuschauer trotzdem eingenommen
vom Spannungsbogen.
Kein grandioses Historiendrama,
kein Meilenstein der Filmgeschichten aber ein Ansatz und eine weitere Perspektive zur Zeit des Dritten Reiches. Ein Film, der allein wegen seiner Detailtreue
und seiner dargestellten
Originalschauplätze sehenswert ist.