Filmtest Juli - Next

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Inhalt:
Cris Johnson (Nicolas Cage) arbeitet als Magier und Hellseher in Las Vegas und hat dort seine eigene Show. Jeden Abend begeistert er sein Publikum mit verbluffenden Vorhersagen. Doch Cris trägt ein unglaubliches Geheimnis mit sich herum: Er kann tatsächlich 2 Minuten lang in die Zukunft sehen, weiß immer genau was passieren wird und kann sein Schicksal verändern. Das ist vor allem recht hilfreich wenn man bei einem finanziellen Engpass auf die Schnelle ein wenig Geld in einem der zahlreichen Casinos der Stadt verdienen möchte. Seine besondere Gabe kann er jedoch nicht so lange verstecken wie es ihm lieb wäre. Eines Tages wird er von der attraktiven FBI-Agentin Callie Ferris (Julianne Moore) entdeckt. Statt sich für Cris Schummeleien an den Spieltischen zu interessieren möchte sie seine Fähigkeiten für die Vermeidung eines Anschlages nutzen. Eine Terror-Organisation möchte Los Angeles mit Atomwaffen angreifen. Cris soll die Atombombe finden bevor es zu spät ist, doch Ferris scheint nicht zu wissen, dass er nur zwei Minuten in die Zukunft sehen kann. Cris flüchtet zunächst vor der ihn verfolgenden FBI-Armada und möchte verhindern, dass er vom Staat missbraucht wird.

Kritik:
Filme, die vielversprechend beginnen müssen nicht zwingend auch begeisternd enden. „Next“ beginnt sehr interessant und macht Lust auf mehr, doch je länger der Film vor sich hin plätschert desto weniger möchte man von diesem Mehr sehen. Nicolas Cage wirkt in seiner Rolle als hellsehender Weltretter, der die Welt gar nicht retten möchte mehr als lächerlich und Julianne Moore muss eine Rolle verkörpern, deren Story so unrealistisch ist, dass es schon fast peinlich ist. Auch Johnsons Flucht vor dem FBI ist absolut sinnlos. Welcher halbwegs intelligente Mensch flüchtet denn bitte vor der Staatsgewalt wenn ihn diese um Hilfe bittet? Ich denke jeder Mensch würde die Welt retten, wenn er dazu in der Lage ist. Besonders amüsant sind die Szenen in denen Johnson vor Kugeln ausweicht. Das hat etwas von Rentner-„Matrix“ und wirkt in Verbindung mit dem absolut nichtssagenden Gesichtsausdruck des Schauspielers mehr als daneben. So zieht sich das dann ganze 96 Minuten hin und wird für den nachdenklichen Zuschauer immer amüsanter. Die Blenden in die Zukunft sind teils auch etwas verwirrend und man fragt sich ob Cris jetzt eigentlich pausenlos die Zukunft sieht, alles in einem zweiten inneren Auge mitverfolgt und gleichzeitig aber auch noch die Gegenwart wahrnimmt oder ob er das auf Knopfdruck einschalten kann. Wenn ersteres zutrifft wäre dies zumindest eine Erklärung für Cages fortwährend angestrengten Gesichtsausdruck - ist ja auch verständlich, denn irgendwann muss man da ja schließlich Kopfschmerzen bekommen, wenn man so viel sieht und trotzdem immer in der richtigen Zeit die richtigen Dinge machen muss. Von Ex-„James Bond“-Regisseur Lee Tamahori hätte man wirklich mehr erwartet und auch wenn man die Besetzung von „Next“ liest denkt man sich, dass man da eigentlich nicht mehr falsch machen kann um einen guten Film zu erschaffen. Die Crew um Tamahori hat allerdings genau diese kleine Lücke der Möglichkeit gefunden um einen schlechten Film zu produzieren. In diesem ganzen Werk gibt es jedoch eine Person, deren Arbeit man durchaus loben kann. Die Rede ist von Jessica Biel, die hier zumindest bedingt die Möglichkeit hat um zu zeigen was sie eigentlich schauspielerisch gesehen kann. Dabei muss man sie fast schon bemitleiden wenn sie mit dem immerernst blickenden Cage im Bett liegen muss. Man kann wirklich froh sein, dass es bei diesem sommerlichen Wetter auch noch andere Möglichkeiten hat sich die Zeit zu vertreiben als sich diesen Film im Kino anzusehen.

Punkte:

Autor: Daniel Fürg