Inhalt: Jeremy (Jude Law) betreibt
ein kleines Café
auf Coney Island und
hat schon einiges erlebt.
Immer wieder
finden verlorene Existenzen
den Weg auf seine Barhocker
und schütten ihre Herzen aus.
Normalerweise kehren diese
Personen nie wieder zurück
und hinterlassen nur eine
Erinnerung in Jeremys Gedächtnis.
Als eines Tages Elizabeth
(Norah Jones) das Café
vollkommen aufgelöst betritt
scheint zunächst alles so als
würde auch sie eine dieser
wagen Erinnerungen werden.
Doch schnell zeigt sich, dass
hier einiges anders ist. Elizabeth
erzählt von den Problemen
mit ihrem Exfreund,
der jetzt eine andere hat und
kommt nun jeden Abend um
nach Jeremys letzten Kunden
den übrig gebliebenen Blaubeerkuchen
zu essen und sie
hat in dem Café-Besitzer einen
verständnisvollen und geduldigen
Zuhörer gefunden.
Eines Tages ist sie dann jedoch
plötzlich verschwunden,
auf einem Abenteuertrip quer
durch Amerika um zu vergessen
was in ihrem Leben falsch
gelaufen ist. Jeremy vermisst
sie sehr schnell und bekommt
nach einiger Zeit glücklicherweise
eine Postkarte von ihr.
Auch wenn er mangels Postadresse
nicht antworten kann
hofft er, dass er sie irgendwann
wieder sehen wird. Er
führt sein Café weiter, Elizabeth
reist von Stadt zu Stadt
und irgendwann nach einiger
Zeit steht sie plötzlich wieder
vor der Tür zu eben jenem
kleinen Café auf Coney
Island.
Kritik: Wong Kar-Wai hat sich
in den vergangenen
Jahren zum Top-
Regisseur entwickelt. Seine
Filme werden von der Presse
gefeiert und auch beim Publikum
kommt seine außergewöhnliche
Erzählweise und
Bildsprache sehr gut an. „My
Blueberry Nights“ ist nun seine
erste amerikanische Produktion
und glänzt schon im
Voraus mit einer bemerkenswerten
Besetzung. Namen
wie Jude Law, Norah Jones,
Rachel Weisz oder auch Natalie
Portman machen neugierig.
Die Story klingt zunächst
ein wenig abgedroschen, wird
jedoch in brillanter Weise
umgesetzt. Kar-Wai schafft es
mit seiner ganz besonderen
Art Bilder einzufangen selbst
langweilig erscheinende Motive
zu einem wahren Feuerwerk
aus Farben und Emotionen werden zu lassen.
Ungewöhnliche Perspektiven,
Stills und Reflexionen machen
das Meistwerk zu einer wahren
Sinnesfreude.
Die 5-fache Grammy-Gewinnerin
Norah Jones glänzt an
der Seite von Jude Law in ihrer
ersten Filmrolle. Natürlich
hat sie gleichzeitig auch noch
am Soundtrack des Filmes
mitgearbeitet. „My Blueberry
Nights“ ist dadurch jedoch
keinesfalls ein Werbefilm für
die Sängerin, wie man vielleicht
meinen könnte - etwas
in dieser Art gab es ja auch
bereits öfterts. Jones hat ihre
Arbeit sehr ernst genommen
und man kann eigentlich nur
hoffen, dass sie Gefallen daran
gefunden hat und wir sie
in Zukunft noch öfter in solch
emotionalen Rollen sehen
dürfen. Jude Law überzeugt
wie gewohnt mit schauspielerischem
Können und hat es
dieses Mal sogar ein wenig
geschafft aus seiner Jude-
Law-Rolle herauszuschlüpfen
um einen besseren Zugang zu
seinem Filmcharakter zu finden.
„My Blueberry Nights“ lief
dieses Jahr bereits mit großem
Erfolg als Eröffnungsfilm
auf dem Filmfestival in
Cannes.
Abschließend bleibt eigentlich
nur noch zu sagen, dass
dieser Film absolut zu empfehlen
ist. Keine Action, wenig
Spannung, dafür aber große
Gefühle und interessante Aufnahmen.