Filmtest Dezember - My Blueberry Nights

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Inhalt:
Jeremy (Jude Law) betreibt ein kleines Café auf Coney Island und hat schon einiges erlebt. Immer wieder finden verlorene Existenzen den Weg auf seine Barhocker und schütten ihre Herzen aus. Normalerweise kehren diese Personen nie wieder zurück und hinterlassen nur eine Erinnerung in Jeremys Gedächtnis. Als eines Tages Elizabeth (Norah Jones) das Café vollkommen aufgelöst betritt scheint zunächst alles so als würde auch sie eine dieser wagen Erinnerungen werden. Doch schnell zeigt sich, dass hier einiges anders ist. Elizabeth erzählt von den Problemen mit ihrem Exfreund, der jetzt eine andere hat und kommt nun jeden Abend um nach Jeremys letzten Kunden den übrig gebliebenen Blaubeerkuchen zu essen und sie hat in dem Café-Besitzer einen verständnisvollen und geduldigen Zuhörer gefunden. Eines Tages ist sie dann jedoch plötzlich verschwunden, auf einem Abenteuertrip quer durch Amerika um zu vergessen was in ihrem Leben falsch gelaufen ist. Jeremy vermisst sie sehr schnell und bekommt nach einiger Zeit glücklicherweise eine Postkarte von ihr. Auch wenn er mangels Postadresse nicht antworten kann hofft er, dass er sie irgendwann wieder sehen wird. Er führt sein Café weiter, Elizabeth reist von Stadt zu Stadt und irgendwann nach einiger Zeit steht sie plötzlich wieder vor der Tür zu eben jenem kleinen Café auf Coney Island.

Kritik:
Wong Kar-Wai hat sich in den vergangenen Jahren zum Top- Regisseur entwickelt. Seine Filme werden von der Presse gefeiert und auch beim Publikum kommt seine außergewöhnliche Erzählweise und Bildsprache sehr gut an. „My Blueberry Nights“ ist nun seine erste amerikanische Produktion und glänzt schon im Voraus mit einer bemerkenswerten Besetzung. Namen wie Jude Law, Norah Jones, Rachel Weisz oder auch Natalie Portman machen neugierig. Die Story klingt zunächst ein wenig abgedroschen, wird jedoch in brillanter Weise umgesetzt. Kar-Wai schafft es mit seiner ganz besonderen Art Bilder einzufangen selbst langweilig erscheinende Motive zu einem wahren Feuerwerk aus Farben und Emotionen werden zu lassen. Ungewöhnliche Perspektiven, Stills und Reflexionen machen das Meistwerk zu einer wahren Sinnesfreude. Die 5-fache Grammy-Gewinnerin Norah Jones glänzt an der Seite von Jude Law in ihrer ersten Filmrolle. Natürlich hat sie gleichzeitig auch noch am Soundtrack des Filmes mitgearbeitet. „My Blueberry Nights“ ist dadurch jedoch keinesfalls ein Werbefilm für die Sängerin, wie man vielleicht meinen könnte - etwas in dieser Art gab es ja auch bereits öfterts. Jones hat ihre Arbeit sehr ernst genommen und man kann eigentlich nur hoffen, dass sie Gefallen daran gefunden hat und wir sie in Zukunft noch öfter in solch emotionalen Rollen sehen dürfen. Jude Law überzeugt wie gewohnt mit schauspielerischem Können und hat es dieses Mal sogar ein wenig geschafft aus seiner Jude- Law-Rolle herauszuschlüpfen um einen besseren Zugang zu seinem Filmcharakter zu finden. „My Blueberry Nights“ lief dieses Jahr bereits mit großem Erfolg als Eröffnungsfilm auf dem Filmfestival in Cannes. Abschließend bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass dieser Film absolut zu empfehlen ist. Keine Action, wenig Spannung, dafür aber große Gefühle und interessante Aufnahmen.

Punkte:

Autor: Daniel Fürg