Inhalt: Der junge israelische Patriot und Geheimdienstoffizier
Avner (Eric Bana) ist nach dem Massaker
von München tieftraurig und geschockt,
aber auch sehr zornig. Zornig vor allem darüber,
mit welch brutaler Grausamkeit dort zu
Werke gegangen wurde. Da wird Avner von
einem Mossad-Offizier namens Ephraim
(Geoffrey Rush) angesprochen und mit einer
- bis dahin in der Geschichte Israels noch niemals
da gewesenen – Mission betraut: Avner
soll seine schwangere Frau verlassen, seine
Identität aufgeben und vollständig in den Untergrund
abtauchen, um auf dieser Mission die elf
Männer, die vom israelischen Geheimdienst für
die Morde in München verantwortlich gemacht
werden, aufzuspüren und zu töten. Obwohl er
noch jung und unerfahren ist, wird Avner schon
bald zum Anführer einer sehr gemischten, doch
hochqualifizierten Rekruten-Truppe aus vier
weiteren Mitgliedern: der barsche, knallharte,
aus Südafrika stammende Fluchtwagen-Fahrer
Steve (Daniel Craig); der deutsche Jude Hans
(Hanns Zischler), der als Fälscher großes Talent
hat; der belgische ehe-malige Spielzeugmacher
Robert (Mathieu Kassovitz), der zum Sprengstoffexperten
geworden ist; und der ruhige
und methodische Carl (Ciaran Hinds), dessen
Job es ist, hinter den anderen “aufzuräumen”.
Von Genf über Frankfurt, Rom, Paris, Zypern,
London und Beirut reisen Avner und sein Team
unter absoluter Geheimhaltung; nach und nach
spüren sie jeden einzelnen dieser Männer auf
der geheimen Liste der Zielpersonen auf und
führen hochkomplizierte Mordanschläge aus.
Sie arbeiten außerhalb der Legalität, haben
keinerlei Verbindung zu ihrer Heimat oder ihren
Familien – die einzigen Bande, die sie knüpfen,
sind die Beziehungen untereinander. Doch
auch diese beginnen langsam zu bröckeln, als
die Männer die brennenden Fragen zu diskutieren
beginnen, über die man einfach nicht
schweigen kann: “Wen genau bringen wir da
um? Ist das gerechtfertigt? Wird das den Terror
beenden?”
Zerrissen zwischen ihrem Wunsch nach Gerechtigkeit
und ihren eigenen wachsenden
Zweifeln, nagt die Mission allmählich an den
Seelen von Avner und seinem Team – und es
wird zunehmend deutlich, dass je länger sie
sich auf dieser Jagd befinden, desto größer
die Gefahr wird, selbst zum Gejagten zu werden.
Kritik: Nach dem eher mäßigen Science Fiction
Blockbuster „Krieg der Welten“ versucht sich
Steven Spielberg nun an sehr brisantem
Stoff, dem Terroranschlag 1972 während den
Olympischen Spielen in München und seinen
Folgen. „München“ ist ein sehr komplexer
und vor allem sehr spannender Thriller. Die
Atmosphäre die hier erzeugt wird ist beklemmender
als in vielen Horrorfilmen und geht
meistens auf den enormen Realismus des
Films zurück. Vom israelischen Akzent bis hin
zu den original Fernsehbildern von damals,
es stimmt einfach alles, fast alles, denn Details
wie das falsch nachgebaute Olympiastadion
stören die sonst so perfekte Stimmung.
Aber eben durch diese bedrohliche Atmosphäre
ist der Film, besonders während den
Anschlägen, so ungeheuer spannend, dass
man an manchen Stellen fast schon Nerven
aus Drahtseilen benötigt. Hierbei stimmt auch
die Action, speziell die Teils wuchtigen Explosionen
sind beeindruckend. Aber trotzdem ist
der Film, vor allem während den Rückblenden
und den Gewissenskonflikten der einzelnen
Teammitglieder, sehr ergreifend, wenn man
zum Beispiel sieht wie viel Angst die Geiseln
hatten. Hierzu passt der geniale Soundtrack
von John Williams, der zumeist in den bereits
erwähnten emotionalen Momenten glänzt.
Auch die Schauspieler machen ihre Sache
hervorragend und insbesondere Eric Bana
zeigt, dass er mittlerweile zu den ganz Großen
Hollywoods gehört. Dennoch wird mit Sicherheit
noch ziemlich viel über diesen Film
diskutiert werden, da er einen sehr pro-israelitischen
Standpunkt vertritt und damit sicher
für Kontroversen sorgt