Filmtest Oktober - Mirrors

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Inhalt:
Der vom Tod eines Kollegen traumatisierte Ex-Polizist Ben Carson (Kiefer Sutherland) nimmt eine Nachtwächter-Stelle in einem ausgebrannten Luxuskaufhaus an. Er versucht sein Leben wieder zu sortieren, sich seiner Alkohol- und Tablettensucht zu entsagen, um wieder für seine Familie da zu sein. Bei seinen nächtlichen Rundgängen durch die finsteren Gänge und Hallen im Kaufhaus passieren seltsame Dinge. Gewaltige Zierspiegel reflektieren düstere Bilder der Vergangenheit. Ist dies nur Einbildung oder verbirgt sich ein dämonisches Geheimnis hinter den Spiegeln, das er entschlüsseln muss? Doch bald schon greifen die Geister auch seine Familie an. Ben bleibt nur noch die Möglichkeit, sich der dämonischen Macht zu stellen und das verborgene Geheimnis der Spiegel entschlüsseln. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit…

Kritik:
In Film und Literatur dienen Spiegel als Symbol der Eitelkeit, als gefährliche Portale der Wahrheit oder als Tore in eine andere Zeit oder Welt. Auch „Mirrors“ von Regisseur Alexandre Aja dreht sich um das Mysterium der Spiegel. Ein Leben ohne Spiegelbild? - Kaum vorstellbar! Überall, wo wir uns befinden, können wir unser Spiegelbild sehen: In Fenstern, im Wasser, in Schaufenstern, in Spiegeln…. Was wäre, wenn sich hinter den Spiegeln eine andere, böse Welt verbirgt? Oder spiegeln sie nur die dunkle Seite des Menschen? „Spiegel fordern uns automatisch heraus, in unser Inneres zu blicken“, sagt Sutherland zum Film. Nach „The hills have eyes“ versucht Alexandre Aja den südkoreanischen Film „Into the mirror“ neu umzusetzen und einen Mystery-Thriller zu schaffen, der den Zuschauer in den irrealen Bann der unheimlichen Spiegelbilder sprichwörtlich hinein zerren soll. Eine gruselige Grundatmosphäre umgibt den Film, mit perfekt inszenierten Kaufhausszenen und mit einem vom Leben gezeichneten Hauptdarsteller, der unter ständiger Beobachtung der Geister hinter den Spiegeln steht. Kiefer Sutherland spielt, wie immer mit Bravour, einen authentischen und von seiner Vergangenheit traumatisierten Anti-Held, die sowohl mit seinen inneren Dämonen kämpfen, als sich auch dem tatsächlichen, unsichtbaren Bösen hinter den Spiegeln stellen muss. Die Handlung ist leider zum großen Teil nicht einfallsreich trotz der interessanten Thematik. Bis fast zum Ende des Filmes sieht man keinen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und den Geistern in den Spiegeln. Doch auch dieses Geheimnis gipfelt schlussendlich in einem total überzogenen, unglaubwürdigen Showdown mit einer Monster-Jagd. Hier fällt Kiefer Sutherland nach alter Manier in die Rolle des Jack Bauer aus „24“ zurück. Der Film spiegelt sich selbst als Asia-Abklatsch mit einer künstlich hochstilisierten Story, um die Mängel des Filmes zu übertünchen. Sicher punktet der Film durch seinen guten Hauptdarsteller und durch ein paar schön inszenierte Gruselmomente, doch die Geschichte wird im Ganzen einfallslos, ad absurdum geführt, so dass man diesen Film sehr schnell wieder vergessen hat.

Punkte:

Autor: Christina Theodoridou

Zusatzmaterial:
Trailer