Filmtest Februar - Michael Clayton

Direkt zu: Inhalt - Kritik - Punkte

Inhalt:
Michael Clayton (George Clooney) war früher einmal Staatsanwalt und arbeitet jetzt als Problemlöser bei Kenner, Bach & Ledeen’s, einer hoch angesehenen Anwaltskanzlei in New York. Er ist dafür zuständig Probleme der Mandanten aus dem Weg zu schaffen und um das zu erledigen sind im alle Mittel recht - sowohl diesseits als auch jenseits des Gesetzes. Als sein Kollege Arthur Edens (Tom Wilkinson) eines Tages bei einer Besprechung mit einem Mandanten durchdreht und plötzlich nackt auf dem Tisch steht herrscht Chaos in der Kanzlei. Clayton soll das wieder gerade biegen und herausfinden ob Edens noch zu gebrauchen ist. Er macht sich auf den Weg zu seinem Kollegen und muss feststellen, dass dieser nun wild entschlossen ist gegen seinen Mandanten, den Chemikalienhersteller U/North vorzugehen. Eigentlich sollte er dieses Unternehmen vor einer Drei-Milliarden- Dollar-Klage bewahren, aber jetzt möchte er mit brisanten Betriebsgeheimnissen an die Öffentlichkeit gehen. Der Boss der Kanzlei, Marty Bach (Sydney Pollack), ist von dieser Idee natürlich alles andere als begeistert und möchte U/North keinesfalls als Klienten verlieren. Clayton soll Eden wieder zur Vernunft bringen. Das ist jedoch nicht so leicht und als er erfährt warum Eden plötzlich die Seiten gewechselt hat ist auch er sich nicht mehr sicher, ob es moralisch vertretbar ist dieses Unternehmen aus dem Dreck zu ziehen.

Kritik:
Darf man als Anwalt moralisch darüber nachdenken, ob es ein Klient verdient hat verteidigt zu werden? Ist das nicht gegen den Sinn des Berufes selbst? Dieser Frage stellt sich Tony Gilroys Regie-Erstlingswerk „Michael Clayton“ in aller Ausführlichkeit. George Clooney als skrupelloser „Fixer“ in einer noch viel skrupelloseren Kanzlei. Er soll seinen Kollegen wieder zur Vernunft bringen, aber hat dieser nicht vielleicht doch Recht und der Chemiehersteller hat es nicht verdient, dass man hilft dessen Geheimnisse zu vertuschen? Die Firma hat geheimen Unterlagen zufolge vielen Menschen gesundheitlichen Schaden zugeführt. Gilroy hat es sich bei diesem Film selbstverständlich nicht nehmen lassen auch das Drehbuch selbst zu schreiben - nach seinen brillanten Drehbüchern zu „Das Bourne Ultimatum“ und „Im Auftrag des Teufels“ wäre das auch wirklich zu schade gewesen. Passend zu diesem sehr gut geschriebenen Drehbuch kommt auch eine nahezu perfekte Besetzung rund um George Clooney und Tom Wilkinson. Clooney schafft es in die Figur des Michael Clayton Rolle soviel Tiefgründigkeit hineinzupackend, dass der Zuschauer das Gefühl bekommt am Ende des Films alles über diesen Charakter zu wissen. Das ist wirklich außerordentlich bemerkenswert und rechtfertig auch die Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“. Dieser Film ist Kino der „alten Schule“ wie es in den 70er Jahren zu finden war. Heute gibt es leider viel zu wenig Filme, die diese filmische, schauspielerische und erzählerische Qualität bieten. Das macht „Michael Clayton“ zu einem Aussenseiter der großen Produktionen und dadurch noch sehenswerter als er sowieso schon ist.

Punkte:

Autor: Daniel Fürg