Inhalt: Als der Ehemann
und Vater Anwar
El-Ibrahimi
(Omar Metwally)
am Flughafen von
zwei Polizisten angesprochen
wird, ahnt er selbstverständlich
nichts Böses. Dies entpuppt
sich jedoch schnell als
Fehler und El-Ibrahimi gerät
in einen Hinterhalt. Auf Grund
seiner ägyptischen Herkunft
wird der US-Amerikaner von
der Regierung verdächtigt, an
einen Terroranschlag in einem
nordafrikanischen Land mitgewirkt
zu haben. Da gegen
El-Ibrahimi aber nicht genügend
Beweise für einen Haftbefehl
vorliegen, entscheidet
die Chefin der CIA Anti-Terror-
Einheit Corrine Whitman (Meryl
Streep), ihn in ein Land der
Dritten Welt zu bringen um
ihn dort unbehelligt verhören
zu können. Der Agent vor Ort
ist Douglas Freeman (Jake Gyllenhaal),
der jedoch mehr und
mehr an diesen Methoden
zweifelt und nicht weiß, ob er
dies alles mit seinem Gewissen
vereinbaren kann.
Kritik: Der Amerikanische
N a c h r i c h t e n d i e n s t
CIA hat sich seit seiner
Gründung, im Jahre 1947,
nie besonders viel aus Menschenrechten
oder ähnlichen
Vorschriften gemacht. Ob man
nun einfach durch die Unterstützung
terroristischer Gruppen
Unruhe in einem anderen
Land stiftete, Staatsmänner
stürzte oder schlicht Programme
für Verhörmethoden
unter Anwendung von Drogen
und Folter teste, sobald
es um die eigenen Interessen
ging, war und ist der CIA jedes
Mittel recht. Das beweist
auch die 2006 aufgedeckte
Tatsache, dass der Amerikanische
Nachrichtendienst in
mehreren Ländern illegale Gefängnisse
unterhielt, in denen
Menschen ohne Haftbefehl
jahrelang festgehalten und gefoltert
wurden.
Auf diesem Thema basierend
nun einen Film zu drehen ist
sicherlich eine höchst diffizile
Angelegenheit, doch Regisseur
Gavin Hood meistert diese
Aufgabe mit „Machtlos“ hervorragend.
Vor allem wie man
mit diesem sensiblen Thema
umgeht ist höchst beeindruckend.
Denn die Geschichte
wird nicht einfach nur in
schwarz und weiß erzählt. Hier
werden beide Seiten, die der
amerikanischen Regierung und
die der Terroristen, beleuchtet
und die Motivation beider Parteien
werden geschildert.
Hinzukommt, dass der Film ob
seiner erbarmungslosen und zu tiefst schockierenden Bilder
eine enorme Intensität besitzt.
Vor allem bei den Folterszenen
muss man des öfteren schwer
schlucken, derart realistisch
wurden diese inszeniert. Doch
die Schonungslosigkeit ist
auch definitiv von Nöten, denn
nur so kann man vor Augen
führen, welch grausames und
menschenunwürdiges Schicksal
die Gefangenen erleiden
mussten.
„Machtlos“ ist also nicht nur
ein packendes, teilweise bedrückendes,
Drama, es ist vor
allem intelligent gemacht und
mit einer wichtigen Botschaft
versehen.