Filmtest November - Machtlos

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Inhalt:
Als der Ehemann und Vater Anwar El-Ibrahimi (Omar Metwally) am Flughafen von zwei Polizisten angesprochen wird, ahnt er selbstverständlich nichts Böses. Dies entpuppt sich jedoch schnell als Fehler und El-Ibrahimi gerät in einen Hinterhalt. Auf Grund seiner ägyptischen Herkunft wird der US-Amerikaner von der Regierung verdächtigt, an einen Terroranschlag in einem nordafrikanischen Land mitgewirkt zu haben. Da gegen El-Ibrahimi aber nicht genügend Beweise für einen Haftbefehl vorliegen, entscheidet die Chefin der CIA Anti-Terror- Einheit Corrine Whitman (Meryl Streep), ihn in ein Land der Dritten Welt zu bringen um ihn dort unbehelligt verhören zu können. Der Agent vor Ort ist Douglas Freeman (Jake Gyllenhaal), der jedoch mehr und mehr an diesen Methoden zweifelt und nicht weiß, ob er dies alles mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

Kritik:
Der Amerikanische N a c h r i c h t e n d i e n s t CIA hat sich seit seiner Gründung, im Jahre 1947, nie besonders viel aus Menschenrechten oder ähnlichen Vorschriften gemacht. Ob man nun einfach durch die Unterstützung terroristischer Gruppen Unruhe in einem anderen Land stiftete, Staatsmänner stürzte oder schlicht Programme für Verhörmethoden unter Anwendung von Drogen und Folter teste, sobald es um die eigenen Interessen ging, war und ist der CIA jedes Mittel recht. Das beweist auch die 2006 aufgedeckte Tatsache, dass der Amerikanische Nachrichtendienst in mehreren Ländern illegale Gefängnisse unterhielt, in denen Menschen ohne Haftbefehl jahrelang festgehalten und gefoltert wurden. Auf diesem Thema basierend nun einen Film zu drehen ist sicherlich eine höchst diffizile Angelegenheit, doch Regisseur Gavin Hood meistert diese Aufgabe mit „Machtlos“ hervorragend. Vor allem wie man mit diesem sensiblen Thema umgeht ist höchst beeindruckend. Denn die Geschichte wird nicht einfach nur in schwarz und weiß erzählt. Hier werden beide Seiten, die der amerikanischen Regierung und die der Terroristen, beleuchtet und die Motivation beider Parteien werden geschildert. Hinzukommt, dass der Film ob seiner erbarmungslosen und zu tiefst schockierenden Bilder eine enorme Intensität besitzt. Vor allem bei den Folterszenen muss man des öfteren schwer schlucken, derart realistisch wurden diese inszeniert. Doch die Schonungslosigkeit ist auch definitiv von Nöten, denn nur so kann man vor Augen führen, welch grausames und menschenunwürdiges Schicksal die Gefangenen erleiden mussten. „Machtlos“ ist also nicht nur ein packendes, teilweise bedrückendes, Drama, es ist vor allem intelligent gemacht und mit einer wichtigen Botschaft versehen.

Punkte:

Autor: Fabian Ohrner