Lakeview Terrace    
 
Originaltitel: Lakeview Terrace
Kinostart (Deutschland): 18.12.2008
FSK: 12
Länge: 111 Minuten
Verleih: Sony Pictures
Regisseur: Neil LaBute
Darsteller: Samuel L. Jackson, Patrick Wilson, Regine Nehy, u.v.a.
Drehbuch: David Loughery, Howard Korder
 
Inhalt:
Das frisch vermählte Paar Chris und Lisa Mattson (Patrick Wilson und Kerry Washington) freut sich über seinen neu erworbenen Hausbesitz in einer wohlhabenden kalifornischen Vorstadtsiedlung. Doch die Freude währt nicht lang. Ihr Nachbar, Abel Turner (Samuel L. Jackson), ist ein Kontrollfreak, der sich nicht nur beruflich, sondern auch privat als „das Gesetz“ aufspielt. Der verwitwete Polizist zwingt nicht nur seine beiden Kinder zur Einhaltung seiner strengen Regeln, sondern observiert die gesamte Nachbarschaft bei seinen nächtlichen Patrouillen. Und die neuen Nachbarn sind ihm bereits am Tag ihres Einzugs ein Dorn im Auge, weil Chris und Lisa in einer Mischehe leben. Allen Beschwichtigungsversuchen seitens der jungen Eheleute zum Trotz, rückt Turner nicht von seinem Vorhaben ab, die beiden aus der Gegend zu vertreiben. Das Ganze artet in einen regelrechten Nachbar- schaftskrieg aus, doch dann erweist es sich scheinbar noch als hilfreich, Tür an Tür mit einem Polizisten zu wohnen…
 
Kritik:
Der als packender Thriller deklarierte neue Film von Regisseur Neil LaBute (In the Company of Men, Your Friends and Neighbors) kommt einem irgendwie schon bekannt vor. Als hätte man diese Geschichte schon an die zweihundert Mal in billigen Fernsehproduktionen gesehen. Das rassistische Motiv ist in diesem Kontext zwar mehr oder weniger neu, aber das war es dann auch schon. Packend ist hier lediglich die Müdigkeit, die einen nach geschlagenen 106 Minuten gegenseitiger Streiche und wiederholter Annäherungsversuche überkommt. Jegliche Spannung und potentielle Dramatik geht aufgrund von Längen, Vorhersehbarkeit sowie Transparenz der Handlung verloren. Nichts bleibt unausgesprochen oder ungezeigt. Darüber hinaus will der Film trotz seiner eindeutigen Konzipierung für das Massenpublikum zuviel: Einerseits werden neben den Nachbarschaftsstreitigkeiten die Stolpersteine einer Mischehe bzw. einer Ehe im Allgemeinen angeschnitten. Andererseits wird der Versuch unternommen den frustrierten „Alltagshelden“ zu skizzieren. Dies gelingt dank der schauspielerischen Fähigkeiten Samuel L. Jacksons (Pulp Fiction) sogar teilweise, reicht aber lange nicht an die Leistungen von Michael Douglas in „Falling Down“ (1993) heran. Auch hinsichtlich des Psychoterrors und der überraschenden Wendungen hätte sich der Drehbuchautor David Loughery besser ein Vorbild an den Thrillern „Arlington Road“ (1999) oder „Training Day“ (2001) nehmen sollen, die ebenfalls thematische Überschneidungen mit dem präsentierten Stoff aufweisen. Alles in allem kann man sich den Kinogang in diesen „Thriller“ trotz guter Besetzung mit ebenso gutem Gewissen sparen.
 
Punkte 4 von 10 mögl. Punkten
Autor: Dörthe Wackenhut
 
 
 
 


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