Filmtest September - Krabat

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Inhalt:
Hungrig ist der Waisenjunge Krabat (David Kross) in der kalten Winterlandschaft des Dreißigjährigen Krieges unterwegs, bis er eines Nachts im Traum eine tiefe, unbekannte Stimme hört, die ihn ruft. Er macht sich auf den Weg zur dunklen Mühle im Koselbruch, wo er von diesem Tag an etwas ganz Neues kennenlernen soll. Der Meister (Christian Redl) bietet Krabat an, ihm das Müllerhandwerk zu lehren. Nicht ahnend, welche Lehren im der Meister noch zeigen wird, nimmt Krabat das Angebot an. Er begibt sich auf eine Reise zwischen dunkler Magie und Realität. Krabat findet ein neues Zuhause und lernt Freunde wie den Müllerburschen Tonda (Daniel Brühl) kennen, stellt aber auch fest, wie schwer es sein kann, Anerkennung zu bekommen. Er muss sich durchsetzen, will sich beweisen und zeigen, wie stark er ist. Ob als Lehrjunge in der Müllerzunft oder als Zauberschüler: Er will der beste sein. Umso tiefer Krabat jedoch in die Geheimnisse der dunklen Mühle eintaucht, sucht er auch nach einem Ausweg aus ihr heraus. Der Schlüssel dazu, erfährt Krabat, ist die Liebe eines Mädchens…

Kritik:
Mit der Verfilmung von Otfried Preusslers Kinder- und Jugendbuch „Krabat“ ist dem Regisseur Marco Kreuzpaintner ein wahres Meisterwerk gelungen. Der Film ist sehr nahe an Preusslers Erzählung und greift nahezu alle Details aus dem Buch auf. Krueuzpaintner hat es geschafft die sorbische Sage „Krabat“, die einst auch Vorlage für Otfried Preussler war, ohne aufdringliche Fantasy, dafür aber mit sehr viel Spannung auf die Leinwand zu bringen. Die einzelnen Rollen sind den Schauspielern Daniel Brühl (Tonda), Christian Redl (Meister), Robert Stadlober (Lyschko) und David Kross (Krabat) wie auf den Leib geschnitten. Kross interpretiert sehr überzeugend den zunächst etwas ängstlichen Waisenjungen, der mit der Zeit immer mehr Mut und Selbstbewusstsein gewinnt. Daniel Brühl – im Gegensatz zu manch anderen Filmen – einen sehr nachdenklichen und fast schon väterlichen Müllerburschen der Krabat mehr und mehr als Orientierung und Ansporn dient. Mit der Entscheidung, dass Annette Focks die Filmmusik übernehmen soll, hat die Produktion Geschmack bewiesen. Die völlig unterschiedlichen Momente im Film werden vollkommen passend untermalt und helfen dem Zuschauer dabei, sich total in den Film und die Geschehnisse auf der Leinwand einzufinden. Harry Potter-Fans würden bei Krabat vermutlich nicht ganz auf ihre Kosten kommen, da sich die Filme grundlegend unterscheiden. Kreuzpaintners Film besticht durch eine klare Struktur und durch glaubhafte Szenen mit authentischer Inszenierung. Trotz der Klarheit muss der Zuschauer keinerlei Einbußen in punkto Spannung oder Unterhaltung hinnehmen, auch wenn der Film mit seinen 120 Minuten Länge schon mehr Konzentration und Geduld erfordert als manch anderer Action-Streifen. Prädikat: Sehr sehenswert.

Punkte:

Autor:

Zusatzmaterial:
- Interview mit Daniel Brühl
- Interview mit Robert Stadlober
- Interview mit David Kross
- Trailer