Kolumne vom 19.09.2006

Liebe Leser,

wenn Sie einen Schauspieler bei der Arbeit sehen, denken Sie doch eigentlich, dass er mit seiner Rolle zufrieden und mit der Art und Weise des Films einverstanden ist. Das ist normalerweise nicht falsch, jedenfalls behaupten fast alle Akteure, dass sie nur in Filmen mitspielen, die ihnen geschmacklich zusagen und in deren Verkörperungen sie sich auch wohl fühlen. Nicht so bei Heath Ledger. Der „Brokeback Mountain“-Darsteller soll nun im Sequel von „Batman Begins“ den neuen Joker spielen. Er verriet aber vor kurzem, dass er Comicverfilmungen verabscheue, sie langweilig und dumm finde. Einige nun etwas ärgerlich gestimmte „Batman“-Fans fragen sich natürlich zu Recht, warum er die Rolle dann überhaupt angenommen hat. Der Schauspieler zeigt sich zu diesem Vorwurf ehrlich und erklärt, dass er die Rolle wegen seiner Bewunderung zu Regisseur Christopher Nolan annahm. Ledger verspricht schon mal, dass er den neu gewonnen Part als Bösewicht ganz anders gestalten werde als sein Kollege Jack Nicholson in „Batman“. Wie es in der Filmwelt üblich ist, steht schon der nächste Kampf um Filmrechte vor der Tür. Doch nun geht es um ein aktuelles Ereignis: Die Tragödie um Natascha Kampusch sorgt schon nach nur knapp drei Wochen nach deren Flucht aus den Fängen ihres Peinigers für harte Konkurrenzkämpfe zwischen den großen Produzenten. Die jetzt 18-Jährige erstaunte durch ihre Kraft und ihren Mut, den sie trotz acht Jahren Gefangenschaft nicht verloren hat. Eine geeignete Kandidatin für die Hauptrolle ist auch schon gefunden, nämlich die „Lost in Tranlation“- Darstellerin Scarlett Johansson. Die endgültige Vergabe der Rolle ist jedoch noch nicht sicher. Die Schauspielerin wird jedenfalls demnächst in „The Black Dahlia“ zu sehen sein. Sie spielt an der Seite von ihrem Freund Josh Hartnett und musste mit ihm unter anderem eine Sexszene drehen. Dabei würde es einem normalerweise einleuchten, dass das dem seit über einem Jahr leierten Paar nicht schwer fallen sollte. Johansson aber beschrieb den Dreh als Fiasko und verriet, dass sie es nicht besonders romantisch fand und froh war, als die Szene einigermaßen glaubwürdig wirkte. Die 22-Jährige, die für eben diesen Abschnitt des Films sehr gelobt wurde, will nach jüngsten Angaben ab sofort junge Amerikaner motivieren, bei den Wahlen 2008 gegen George W. Bush zu stimmen. „The Black Dahlia“ ist sogar der diesjährige Eröffnungsfilm der 63. Filmfestspiele in Venedig und deswegen bestimmt sehenswert. Wer die letzten Ereignisse im Hause Jolie-Pitt verfolgt hat, wird bestimmt schon weitere Neuigkeiten erwartet haben. Es ist bekannt, dass Angelina und Brad gerade im Familienglück baden und der frisch gebackene Familienvater sehr darum bemüht ist, seinen Kindern ein guter Vater zu sein. So äußert sich der 42-Jährige, dass er sich für seine früheren Filme schämt und hofft, dass seine Sprösslinge diese nicht zu sehen bekommen. Er wird sich, laut seinen Versprechungen, ab sofort mehr Gedanken um seine Rollenauswahl machen, sodass Maddox, Sahara und Shiloh eines Tages stolz auf ihren Daddy sein können. Mit der Einstellung, dass man immer ein gutes Vorbild sein soll, macht er bissige, ironische Bemerkungen über Mel Gibson. Der „Braveheart“-Protagonist wurde vor kurzem wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet und soll dabei rassistische Ausdrücke geäußert haben. Doch nicht nur Brad, auch Angelina hat zur Zeit so ihre Ärgernisse. Denn der Skandalkünstler Daniel Edwards will nun, nach seiner bronzenen Darstellung von Suri Cruise´s erstem Stuhlgang, eine Skulptur anfertigen, die Brad, Angelina und Jennifer Aniston vereinen soll. Wie zu erwarten bekommt er Contra von den Betroffenen, wobei Brad mit diesem Vorhaben kein Problem hat. Seine Ex-Frau und seine neue Lebensgefährtin ziehen jetzt wohl an einem Strang und drohen Edwards sogar rechtliche Folgen an. Nachdem Aniston aus ihrer Vergangenheit wohl nicht so ganz rausfindet und von ihr immer wieder eingeholt wird, kann sie sich jedenfalls auf ein weiteres Kompliment freuen. Denn sie genießt nicht nur den Status die schönsten Beine Hollywoods zu haben, sondern ist jetzt auch anerkannte Stil-Ikone und die best angezogene Frau im Showbiz. Auch Angelina wird mit Vergangenem konfrontiert, denn wie schon geahnt, ist ihr Familienleben doch nicht so harmonisch, wie es scheint. Der „Tomb Raider“-Star geht ihrem Vater seit Jahren aus dem Weg. Sie verließ kürzlich eine Hollywoodparty, um ihrem Vater John Vioght nicht zu begegnen und wartete solange im Auto, bis er gegangen war. Das Verhältnis zwischen den beiden war schon in Angelinas Kindheit kompliziert, doch erst als Voight öffentlich behauptete, dass sie nach der Trennung von Billy Bob Thornton psychische Probleme hatte, sah sie den ausschlaggebenden Grund für den Kontaktabbruch. Der frischgebackene Großvater durfte bisher nicht mal die kleine Shiloh Nouvel sehen und versucht jetzt durch die Medien mit seinen Enkeln Kontakt aufzunehmen. Doch bei diesem Versuch der Kontaktaufnahme wusste er nicht mal den Namen seiner Enkelin Sahara, was die Abneigung von Seiten seiner Tochter nur verstärkt haben dürfte. Nach all dem Süßholzgeraspel über ihre ach so tollen Eigenschaften, gerät sie ins Kreuzfeuer harter Kritik. Ihre Schauspielkollegin Nicole Kidman ist es ein Dorn im Auge, dass sie wegen ihrem Sozialengagement nahezu den Ruf der Mutter Theresa bekommt. Kidman ist der nachvollziehbaren Mei- Meinung, dass sie nicht mehr leiste als eine Krankenschwester und nur wegen ihrer Popularität so viel Hehl darum gemacht wird. Solche Äußerungen mögen zwar für den ein oder anderen auf Grund von Neid entstehen, können aber genauso gut auf Fakten basieren. Doch damit nicht genug von negativem Wind. Jolies angebliche Geliebte Jenny Shimizu behauptet nämlich, dass sie während ihrer Affäre Stripclubs und Dominastudios besucht haben. Neben Angelina soll auch Tom Cruise eine Pechsträhne erwischt haben. Denn jetzt wurde er endgültig aus der Produktionsgesellschaft Paramount geworfen. Der Studioboss nannte unter anderem sein Verhalten in letzter Zeit als Grund für diesen Schritt. Damit meinte er wohl Toms peinliche Show bei Oprah Winfrey, als er auf den Möbeln rumsprang, um auf peinliche Weise immer wieder die Liebe zu Katie Holmes kund zu tun. Oder die ganze Angelegenheit um seine damals sogar angezweifelte Tochter Suri, als bekannt wurde, dass er die Plazenta essen wolle und er den Säugling danach versteckte. Das alles hat auf jeden Fall an seiner Beliebtheit gekratzt, denn nach einer Online- Umfrage, wen die Fans am liebsten als Kumpel haben wollen, geriet Tom ganz ans Ende der Liste. Doch Cruise bekommt wenigstens Unterstützung von Michael Moore, der appelliert, ihn in Ruhe zu lassen und zu akzeptieren, dass er seine Lebensweise selbst wählen kann und dafür nicht verurteilt werden sollte. Nun, wie sollte es auch anders sein? Kaum eine Woche vergeht ohne eine neue Meldung von Paris Hilton. Diesmal wurde sie mit 0,8 Promille, dem Grenzwert in Kalifornien, erwischt und mit auf die Polizeiwache genommen. Dort wurde sie aber bald wieder entlassen und versuchte den Vorfall zu erklären. Die Hotelerbin behauptete, dass sie wegen Dreharbeiten zu einem Musikvideo den ganzen Tag nichts gegessen hatte und deswegen nach einem Glas schon eine so hohe Promillewerte zustande gebracht hatte. Doch das war nicht alles: Denn Paris wollte auf P Diddys Party zu den MTV Video Music Awards gehen, doch sie wurde nicht rein gelassen. Als alles Heulen nichts brachte, wollte sie mit ihren Freunden in einen anderen Club gehen, doch die Limousine wurde von der Polizei wegen Überfüllung angehalten. Das ganze Dilemma soll jetzt auch noch Stoff einer Society-Satire mit dem passenden Namen „Material Girls“ werden. In ihr soll Hilary Duff die Hauptrolle spielen. Zur Zeit kursiert mal wieder die Frage nach der sexuellen Ausrichtung der Stars. Sei es der neue „James Bond“-Darsteller Daniel Craig, der in dem Film „Infamous“ einen Mann küsst. Natürlich weiß man spätestens nach seiner Beteuerung, er sei nicht schwul, dass er seine Rolle einfach nur glaubwürdig und überzeugend gespielt hat. Doch auch bei Leonardo DiCaprio wäre es möglich, wenn man unter extremer Naivität leidet, zu denken, dass seine Männlichkeit ein wenig an Kraft verloren hat. Denn er floh vor kurzem mit seinem neuen Golfmentor Jack Nicholson vor einem daherschlendernden Rotluchs. Die beiden sprangen voller Panik in den Golfwagen und fuhren so schnell wie möglich aus der „Gefahrenzone“. Küsse sind in der Traumfabrik Hollywood nichts Besonderes mehr, selbst bei den bisher sehr sittengerechten „Harry Potter“- Filmen soll nun damit angefangen werden. Im fünften Teil der Reihe soll Harry seinen Schwarm Cho Chang, die von Katie Leung verkörpert wird, zum ersten Mal küssen. Regisseur David Yates ließ die Szene rund 30 Mal wiederholen, bis sie endlich perfekt war. Die beiden Schauspieler lobten sich gegenseitig für ihre Kusstechniken und hatten trotz der Dauer Spaß am Dreh. Katie wird wohl wegen dieser Szene wieder Hunderte von Morddrohungen bekommen. Von Intrigen über schwachsinnige Widersprüche, bis hin zu allgemeinen Klischees und Tragödien, all das sind Themengebiete, zu denen uns die Stars immer wieder neuen Stoff liefern.

Viele Grüße
Veronika Herrmann



Autor: Veronika Herrmann