Kolumne vom 19.08.2008

Liebe Leser,

nun konnte ich mich wieder einmal nicht zurückhalten und habe den Urlaub meiner „KS Stars live...“-Redakteure genutzt, um hier an dieser Stelle auch einmal meine Meinung kundtun zu können. Es wurde ja wirklich schon sehr viel über den neuen „Batman“- Film diskutiert und zahlreiche Medien haben schon spekuliert, ob es einen Zusammenhang zwischen dem frühen Ableben von Heath Ledger und seiner Rolle in „The Dark Knight“ gibt. Vorangeht einer solchen Diskussion selbstverständlich auch der Gedanke, dass der Grund für seinen Tod Selbstmord gewesen sein muss. Darüber kann man sicherlich viel streiten und philosophieren, aber ist es nicht vielleicht gerade der Mythos um seinen Tod, der Schuld daran trägt, dass die Menschen sich so sehr dafür interessieren? Wäre das Interesse nicht weitaus geringer, wenn klar wäre, dass er sich tatsächlich selbst umgebracht hätte oder durch andere Umstände gestorben ist? Fest steht, dass „The Dark Knight“ an den internationalen Kinokassen nicht zuletzt auch durch diesen Mythos überaus erfolgreich ist und das freut natürlich auch die Studiobosse und Produzenten des Films, die zuletzt auch die Überlegungen einer posthumen Oscar-Vergabe an Ledger weiter angeheizt haben. Selbstmord? Überdosis? Unfall? Ob man diese Frage jemals klären kann ist ungewiss, aber so wirklich verstehen könnte man einen von ihm gewollten Tod nicht. Er stand auf dem Höhepunkt seiner Karriere, spielte in erfolgreichen und anspruchsvollen Filmen mit, wurde für seine Leistung in „Brokeback Mountain“ sogar für den Oscar nominiert und hatte auch mit seiner Leistung in „The Dark Knight“ gute Chancen eine weitere Nominierung einzufahren. Und diese letzte große Leistung ist wahrhaft ein nachhaltiges Geschenk für die Filmgeschichte. Nie hätte man Ledger eine solche Brillanz in einer derartigen Rolle zugetraut. Wenn man ihn auf der Leinwand sieht spürt man, wie sehr er diese Rolle gelebt hat. Unglaublich, wie er diese kaputte, geisteskranke und verrückte Figur darstellt. Eine solche Stärke und Überzeugungskraft, dass man sich durchaus fragen darf, wie man nach einer solchen Darstellung wieder ins normale Leben zurückfinden kann oder ob man dieses mit der Verkörperung dieser Figur in einer derartigen Form bereits aufgegeben hat. Ist Ledger hier vielleicht einen Schritt zu weit gegangen und hat das reale Leben für zu lange Zeit aus den Augen verloren? Wurde ihm das vielleicht erst klar als er bereits mit Terry Gilliam an seiner nächsten Rolle in „The Imaginarium of Doctor Parnassus“ gearbeitet hat? Hat er den Bezug zur Realität verloren? Fragen über Fragen auf die es keine Antwort gibt und auch nie geben wird. Spekulationen über Spekulationen, die zuletzt den Mythos um „The Dark Knight“ fördern. Ändern kann man nun ohnehin nichts mehr, denn tot ist nun einmal tot, auch wenn Heath Ledger mit der Rolle des Jokers die Unsterblichkeit erlangt hat - die Frage ist nur zu welchem Preis.

Viele Grüße
Daniel Fürg



Autor: Daniel Fürg