Kolumne vom 19.07.2007
Liebe Leser,
zurzeit findet man wieder ausreichend Stoff in den Medien, wer mit wem und wer eben nicht. Da lassen sich Geschichten schreiben, in denen man die Namen der Hauptdarsteller ändern kann und es bleibt trotzdem authentisch. Nehmen wir das Schema: Ein Mann, seine Frau und seine „böse“ Ex. Die Rollen spielen Brad Pitt, Angelina Jolie und Jennifer Aniston. Kaum beruhigt sich die Welt in der adoptionsreichen Familie, muss man schon wieder mit einem Bruch im Familienglück rechnen. Schon seit zwei Jahren ist Brad Pitt von Jennifer Aniston geschieden, doch das hinderte seine Eltern nicht, den guten Kontakt zu ihrer ehemaligen Schwiegertochter aufrechtzuerhalten. Noch dazu hat Brad erst letzten Monat in Las Vegas auf seiner Promotiontour zu ‚Ocean’s Thirteen’ ein Treffen mit Jennifer Aniston und seinem 14 Monate alten Kind Shiloh arrangiert. Bei Angelina haben dieses Treffen und das gute Verhältnis seiner Eltern zu seiner Exfrau alle Alarmsignale geweckt und sie droht Brad jetzt sogar mit Trennung. Sie scheinen sich ja wirklich vollkommen gegenseitig zu vertrauen, wenn Angelina Jolie alles aufs Spiel setzt, sobald Jennifer und Brad wieder miteinander kommunizieren. In Angelinas Augen will Jennifer die Familie auseinander reißen, doch durch ihr eigenes Verhalten übernimmt sie diese Rolle, denn wer die Trennung in Betracht gezogen hat war eben nur sie! Ich bin mir sicher, wir werden bald wieder von ihnen hören und erstaunt feststellen, dass die eigentliche Arbeit der Schauspieler, nämlich in Filmen mitzuwirken, immer mehr in Vergessenheit gerät. Ihr Privatleben selbst wird zu einem Hollywoodfilm inszeniert (Die Jolie-Pitt- Geschichte wäre da eine erstklassige Grundidee). Ist es ein Werbegag der Stars selbst? Die Antwort auf die Frage, warum wir Gerüchte lesen, schreiben und verbreiten, ist nicht einfach. Lässt es sich leichter über das Privatleben berühmter Leute urteilen als über das eigene? Tut es mal so richtig gut, im Leben anderer herumzuschnüffeln? Amüsant wird es an dem Punkt, wenn man in Zeitschriften oder im Internet von Insidern liest, denen sich Stars in heiklen Themen anvertraut haben. Die Frage, wie sich die „Geheimnisse“ sofort in den Medien wieder finden, wo man doch nur zu Menschen gesprochen hat, die sich selbst als enge „Vertraute“ bezeichnen, braucht man sich nicht zu stellen, denn die Antwort ist klar: Egal wer du bist, Hauptsache du wirst in den Medien präsentiert, ob als Insider oder Star selbst.
Viele Grüße
Carla Palleis
Autor: Carla Palleis