Kolumne vom 19.06.2007

Liebe Leser,

natürlich schauen viele Stars nicht bloß zu, wenn es um die Rettung der Welt vor der großen Klimakatastrophe geht. Sie wollen sich engagieren, vorbildlich verhalten und gründen Umweltschutzorganisationen, so wie zum Beispiel Leonardo DiCaprio. Er macht mit seinem Dokumentarfilm „The 11th Hour“ auf den Klimawandel aufmerksam. Während sich vor 20 Jahren Prominente für den Frieden auf der Welt eingesetzt hatten, sieht DiCaprio heute seinen Auftrag im Klimaschutz und erklärt: „Es gibt zwar noch Kriege, aber keine wirklich großen, weltumspannenden mehr.“ Auf seiner Homepage gibt es einen Link zu seiner „Eco-Site“, auf der man Tipps zur Eigeninitiative (z. B. Mülltrennung) finden kann Das klingt ja alles schön und gut, aber wie heißt es doch: Jeder kehrt vor seiner eigenen Tür! Während wir DiCaprios Anweisungen folgen möchten und bereit sind, an sein Projekt zu glauben, tourt er samt Gefolge mit seinem Privatjet um die Welt, um seine Botschaft zu verkünden. Das erinnert an den 07.07.07, wo laut dem Sänger Pharell Williams „die größte Party der Welt“ stattfinden wird: der Umweltaktivist und demokratische Präsidentschaftswahlkandidat Al Gore hat auf dieses Datum sein alles in Schatten stellendes Projekt „Live Earth“ gesetzt. Der Charity- Konzert-Marathon zum Schutz der Umwelt - mit einem ähnlichen Konzept wie Live Aid und Live 8 – findet auf sieben Kontinenten in sieben Städten mit über 100 internationalen Künstlern statt. Al Gore wird bei diesem ganzen Projekt auch von Cameron Diaz unterstützt, die nach eigenen Angaben ein vorbildlich sparsames Hybridauto besitzt. Doch auch bei diesem Projekt klingt eins nicht mehr ganz nach „lebendiger Erde“: Auch wer weit weg von den Konzertorten wohnt, ist trotzdem herzlich zu ihnen eingeladen – billige Airlines machen es möglich. Man muss aber nicht gleich ein millionenschweres Konzert planen, um die Umwelt zu schützen, Stars lassen sich in dieser Hinsicht viel einfallen. Der Frontmann der britischen Band Razorlight nahm zum Beispiel seinen neuen Track ‘Funeral Blues’ in einem solarbetriebenen Studio auf, eine seiner Aktivitäten für die Kampagne „The Big Ask“. Ähnlich engagiert ist Julia Roberts. Sie wickelt im wahrsten Sinne des Wortes gemäß des Sprichworts „Kleinvieh macht auch Mist“ nicht nur ihre zwei-jährigen Zwillinge mit umweltfreundlichen Windeln, sondern nun auch ihren neugeborenen Sohn. In jedem Fall sind wir dankbar, dass ein paar unserer „Vorbilder“ ihre Bekanntheit im positiven Sinne nutzen und uns nicht nur, wie Paris Hilton, das banale Leben zwischen Dosenchampagner und Gefängnis vorführen.

Viele Grüße
Carla Palleis



Autor: Carla Palleis