Kolumne vom 19.03.2008

Liebe Leser,

täglich kann man es in den Nachrichten verfolgen: Menschen, in rot-blaugelbe Flaggen gehüllt, marschieren gemeinsam durch die Straßen, um gegen die derzeitige politische Situation in Tibet zu demonstrieren und ihre Teilnahme zu bekunden. Doch nicht nur Sportler nutzen- angesichts der nahenden Olympischen Spiele 2008 in Peking- ihren Bekanntheitsgrad um gegen die völkerrechtswidrige Besetzung durch China vorzugehen, sondern auch Hollywood- Größen wie Richard Gere, Steven Spielberg, sowie Brad Pitt und Angelina Jolie. Richard Gere, welcher selbst zum Buddhismus konvertierte und sich schon seit geraumer Zeit für die Rechte der Tibeter stark macht, forderte nun zum Boykott der Olympischen Spiele auf. Schon seit 1995 unterstützt Gere die „International Campaign for Tibet“ und gehört zum Vertrautenkreis des Dalai Lama. Kritik kommt jedoch von Seiten der amerikanischen Politiker, welchen ihn lieber auf der Kinoleinwand, als denn in politischen Talkrunden debattieren sehen und teilweiße seinen Einsatz missbilligen. So entschloss sich auch Regisseur Steven Spielberg seine Position als künstlerischer Leiter im Auftrage des IOC niederzulegen. Mit der Niederlegung seines Amtes reagierte der Oscar-Preisträger auf eine Kritik der Schauspielerin und Sudanaktivistin Mia Farrow („The Omen“- 2006), welche sein voraussichtliches Mitwirken an der Inszenierung der Eröffnungsfeier sehr scharf und direkt verurteilte. Spielberg erklärte in einem Interview, dass er an einer „Olympiade des Völkermordes“ nicht länger beteiligt seien wolle und den kulturellen Genozid, welcher den grundlegenden olympischen Werten widerspreche, auf tiefste verabscheue. Während sich Brad Pitt für die Kampagne „Free Tibet“ einsetzt, reist die ehemalige Lara Croft- Darstellerin, Angelina Jolie, als Sonderbotschafterin der Uno durch die Lande und versucht auf das Schicksal der unterdrückten Tibeter aufmerksam zu machen. Doch nicht nur in Hollywood ist die Tibetkrise ein viel diskutiertes Thema; auch deutsche Filmstars sprechen sich für eine friedliche Beendigung der Aufruhen aus. So zum Beispiel verschafft sich Schauspieler John Friedmann aus dem Comedyduo Erkan & Stefan durch seine Prominenz bei einer Demonstration auf dem Münchner Romanplatz Gehör, welcher ebenso wie Richard Gere, für einen Boykott der Spiele eintritt. Seine ebenfalls anwesende Schauspielkollegin Tina Bordihn („Comedian Harmonists“-1997 und „Invincible“-2001) gab bekannt, schon seit einiger Zeit keine chinesischen Produkte zu kaufen. Auf diese Weiße sucht sich die Kritik, wie auch im Falle der USPräsidentschaftswahlen, einmal mehr andere Kanäle um Missmut und Empörtheit der Leute zu verkünden. Und zwar durch die Aussagen, Stellungnahmen und Aktionen der Prominenten, welche wir sonst nur im Kino oder der Klatsch-Presse zu Gesicht bekommen.

Viele Grüße
Sonja Mayer



Autor: Sonja Mayer