![]() |
||||
|
|
||||
|
Interview mit Robert Stadlober Das Interview wurde geführt von: Mike Kolitsch Robert Stadlober über seine Rolle im Film "Krabat" Wie waren Deine ersten Erfahrungen mit dem Buch Krabat? Hattest Du noch Erinnerungen zum Beispiel aus Deiner Schulzeit daran? Das Buch war für mich immer noch sehr präsent. Ich habe es aber vorher auch noch mal gelesen. Krabat ist ja ein Meilenstein der Jugendliteratur. Besonders fand ich an diesem Buch immer die Faszination der Zauberei und die Werte von denen Otfried Preussler spricht; Werte wie Freundschaft, die viel wichtiger sind als Macht. Wie würdest Du Deine Rolle, die des Gesellen Lyschko, beschreiben? War es leicht für Dich, diese Rolle zu spielen? Lyschko ist der langsam scheiternde Kronprinz. Er muss einfach feststellen, dass Krabat weiter und stärker ist als er. Besonders interessant ist das Umdenken von Lyschko, das dann stattfindet. Gerade deswegen machte es sehr viel Spaß die Rolle zu spielen. Wie war die Zusammenarbeit mit dem Regisseur, Marco Kreuzpaintner? Es gibt nichts Schöneres, als mit einem guten Freund zusammenzuarbeiten und Marco ist einer. Ihr habt in Rumänien gedreht. Wie war der Drehort? Hast Du im Vergleich zur Großstadt etwas vermisst? Vermisst habe ich vor allem eine Badewanne. Daniel hatte eine, dafür war mein Zimmer schöner als seines. (lacht) Man war einfach ständig dreckig und unterkühlt, aber ich hatte wenigstens eine Dusche. In unserem Ort gab es zwei Kneipen und eine Diskothek. Viel konnte man dort nicht machen, dann haben wir alles Mögliche unternommen und zum Beispiel „ich packe meinen Koffer“ gespielt. Wie war Euer Team? Gab es Spannungen? Nein, Spannungen oder Streit gab es nicht. Wir hatten wirklich eine tolle Atmosphäre. Im Übrigen tat Charly Hübner der Gruppendynamik sehr gut. Hast Du eine Lieblingsszene im Film? Ja, die Wandlung von Juro, als er vom stotternden Gesellen zum mutigen Helden wird. Er ist überhaupt einer der talentiertesten Schauspieler seiner Generation. Welches Buch sollte Deiner Meinung nach noch irgendwann verfilmt werden? „On the road” von Jack Kerouac. Neal Cassady würde ich gerne mal spielen. Dazu müsste ich aber noch wachsen und den Führerschein machen. (lacht) Mit welcher Schauspielerin würdest Du gerne mal einen Film drehen? Julie Delpy, ganz klar. Oder Cate Blanchett, weil sie die schönste Frau der Welt ist. Hast Du ein großes Schauspieleridol? Ja, Otto Sander. Und natürlich die Klassiker: Johnny Depp und Sean Penn – die findet jeder gut. Arbeitest Du bereits an einem neuen Filmprojekt? Ja, im Herbst starten wir mit dem Dreh für „Zarte Parasiten“. Der Film handelt von einem jungen Paar, das sich bei einsamen Menschen als Dienstleister anbietet, um Nähe zu geben. Davon wollen sie natürlich auch leben. Ich baue bei einer Familie eine richtige Vater-Sohn-Beziehung auf und stehe dann vor einer großen Entscheidung. Würdest Du eine bestimmte Art von Film ablehnen? Also eine bestimmte Art von Humor würde ich ablehnen. Stumpfe Unterhaltung ist einfach nicht mein Ding. Es kann natürlich sein, dass andere sagen: was der Stadlober spielt, würde ich nie machen. Du hast nie eine Schauspielschule besucht. Woher kommen Deine Erfahrung und Deine Professionalität? Pure Selbstüberschätzung am Anfang! (lacht) Ich hatte einfach keine Angst und habe mir auch wenig sagen lassen. Gelernt habe ich vom Zusehen bei anderen Kollegen. Was machst Du in Deiner Freizeit? Musik und die Schauspielerei sind Deine Hobbys, oder? Das sind nicht meine Hobbys sondern mein Beruf. (lacht) Ansonsten lese ich sehr gerne und gehe wandern oder spazieren. Da ich aus Österreich komme, war das auch das erste, was ich mit meinem Vater unternommen habe. Wie ist bei Dir das Verhältnis von Berufs- und Privatleben? Eigentlich ziemlich ausgeglichen: höchstens zwei Filme pro Jahr. Ich möchte aber keine Trennung, da beides miteinander zu tun hat. Vielen Dank für das Interview! |
||||