Inhalt: Welche europäische Stadt ist Pflichtprogramm für kulturbewusste, junge Amerikaner? Genau: Rom, die ewige Stadt. Das denken sich auch die drei Freundinnen Beth (Lauren German), Lorna (Heather Matarazzo) und Whitney (Bijou Philips). Doch sie wollen sich bei ihrer Europatournee nicht nur auf eine Metropole beschränken und aus diesem Grund beschließen sie mit dem Zug
nach Prag zu fahren. Während der Fahrt begegnen sie der freundlichen Axelle (Vera Jordanova), die den jungen Frauen von einem traumhaften Spa in der Slowakei berichtet. Kurzerhand beschließen Beth, Lorna und Whitney ihre Reisepläne zu ändern und Axelle dorthin zu begleiten. In dem Hostel angekommen scheint zu Beginn alles wie im Paradies, doch ein Mädchen nach dem anderen muss feststellen, dass hinter der heilen Fassade der blanke Horror auf sie wartet: eine international operierende Bande hat sich darauf verständigt, junge Leute in eine Fabrik zu verschleppen um sie dann an reiche Geschäftsleute zu verkaufen, damit diese ihre perversen Mord- und Folterfantasien ausleben können.
Kritik: Was wirst du mit ihr machen?“ „Das willst du nicht wissen. Das willst du gar nicht wissen!“ Just in diesem Moment erlebt man als Zuschauer ein unglaubliches Gefühl der Dankbarkeit, denn wenigstens einer der beiden Folterknechte scheint Mitgefühl für das Kinopublikum zu hegen und seine bestialischen Pläne zu verschweigen, unglücklicherweise ganz im Gegenteil zu Regisseur Eli Roth. Denn dieser schont das Publikum, welches dachte, ja vermutlich hoffte, auf den ersten würde kein zweiter „Hostel“-Teil folgen, nicht im Geringsten, es wird wieder gefoltert, gequält und gemordet, alles von der Kamera eingefangen. Doch man muss sich fragen für wen? Wer sind diese Leute, die sich an einem derart widerwärtigem Schauspiel ergötzen? Es scheint sie zumindest zu geben, nicht umsonst verzeichneten „Hostel 1“ oder ähnliche Filme wie etwa „Saw 3“ ansehnliche Umsätze an den Kinokassen. Ist es also wider Erwarten doch eine Art von Kunst, die hier betrieben und anschließend missverstanden wurde? In diesem Fall dann also ein ansprechender Horrorfilm? Nein, das definitiv nicht. Ein wesentlicher Bestandteil eines solchen Films, wenn nicht sogar der entscheidendste überhaupt, ist die Erzeugung von Spannung, oder einer bedrohlichen, unbehaglichen Atmosphäre. Zwar fühlt man sich in „Hostel 2“ die ganze Zeit über unbehaglich, dies liegt aber einzig an den geschmacklosen Bildern, die man zu sehen bekommt. Aber richtiger Nervenkitzel mag nicht aufkommen. Alle Versuche diesen bei dem Zuschauer hervorzurufen scheitern, kein einziger Schockmoment lässt einen auch nur ansatzweise zusammenzucken. Durch die nahezu komplett inhaltslose Story, die sich eigentlich ständig im Kreis dreht, in dessen Mitte stets die explizite Darstellung brutalster Gewalt steht, kommt auch keinerlei Spannung auf, gelangweilt folgt man dem abstoßenden Spektakel. Das liegt aber auch daran, dass der Film schlicht zu vorhersehbar ist, jede Wendung, jede angebliche Überraschung durchschaut man bereits mehrere Minuten bevor sie geschieht. Da die Inszenierung also mehr als dürftig geriet, hat der Film ja vielleicht eine tiefgründige Botschaft, die Roth dem Publikum unbedingt näher bringen will? Am Offensichtlichsten wäre natürlich etwas, das mit der, in diesem Film allgegenwärtigen Gewalt zusammenhängt. Etwa die Studie, was Menschen dazu veranlasst, zu solch barbarischen Taten fähig zu sein, oder doch gar ein Appell gegen Gewalt? Doch auch davon ist „Hostel 2“ meilenweit entfernt. Denn für die oben genannte Studie fehlt einfach der Auslöser, die Menschen in diesem Film üben Gewalt aus, einfach weil sie wohlhabend sind und nichts weiter mit ihrem Leben anzufangen wissen. Auch vollführen sie die grausamen Praktiken mit solch einer Freude und Genugtuung, dass hier wirklich nicht die Rede von erzwungenen Reaktionen sein kann. Damit wird auch die Anti-Gewalt-Theorie Null und nichtig. Denn wenn die Gewalt derart zelebriert wird, mit klassischer Musik im Hintergrund und viel Liebe zum grausamen Detail, in wenigen anderen Filmen bekam man derart ausführliche und abstoßende Szenen zu sehen, dann muss man den Sinn schon mit einem Teleskop suchen und wird dennoch nicht fündig. Es läuft also alles darauf hinaus, dass es gar keine Kunst ist, die Eli Roth hier betreibt. Sicherlich mögen Manche bereits erste künstlerische Ansätze bei der Inszenierung derartiger Grausamkeiten, oder der ausgeprägten Lust am Voyeurismus erkennen, doch damit stehen sie wohl alleine. Demnach ist dann wohl auch Herr Roth alles andere als ein Künstler und hat wohl schlicht seinen Beruf verfehlt. Doch was wäre ein Mann mit derartigen Fantasien denn stattdessen geworden? Das will man nicht wissen. Das will man gar nicht wissen.