Filmtest August - Grace is Gone

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Inhalt:
John Cusack, der zuletzt die Hauptrolle in der Stephen-King-Verfilmung „Zimmer 1408“ einen Schriftsteller der ganz besonderen Art verkörperte, spielt in „Grace is Gone“ Stanley Phillips; einen Familienvater, welcher sich um seine beiden Töchter Heidi (Shelan O’ Keefe), 12 Jahre alt, und die 8-jährige Dawn ( Gracie Bednarczyk) kümmert, da dieser selbst aufgrund eines Sehfehlers ausgemustert wurde und nun die Rolle des Hausmannes und Alleinerziehers übernommen hat, während seine Frau Grace als Sergeant im Irakkrieg für ihr amerikanisches Heimatland kämpft. Schließlich erreicht Stanley die Nachricht, dass seine Frau und Mutter der gemeinsamen Kinder infolge der Kampfhandlungen gefallen sei. Phillips ist so überrascht und geschockt durch diese Botschaft, welche das Familienleben komplett zu verändern droht, dass es ihm einfach nicht gelingt seine Kinder vom Tod der Mutter zu unterrichten. Anstatt Heidi und Dawn den Verlust ihrer Mutter zu erklären, unternimmt er mit den beiden verwunderten Töchtern eine Autoreise quer durch die Staaten zu einem beliebten Freizeitpark in Florida genannt „Enchanted Gardens“, indem die Töchter ein letztes Mal eine unbeschwerte Zeit verleben sollen, bevor das grauenvolle Ereignis ausgesprochen wird. Auf dieser Reise wird dem Vater Stan das erste Mal bewusste, dass er schon sehr lange nicht mehr wertvolle Zeit mit seinen Töchtern verbracht hat und versucht deshalb Dawn und Heidi jeden Wunsch von den Augen abzuleben. Bis seine Kinder jedoch den wirklich Grund für diese besondere Ferienreise erfahren, werden noch einige Tage verstreichen.

Kritik:
Regisseur James C. Strouse gab an, dass ihn ein persönliches Erlebnis zu diesem Debüt und jener Drehbuchidee geführt hat. James Strouse’ Bruder befand sich gerade in einer Scheidung, als er mit ihm und seinen Kindern einen Ausflug in einen Vergnügungspark in Ohio unternahm. Der Regisseur meinte, dass ihn dieses Erlebnis in seiner Ambivalenz nie wieder losließ. Es ist nur allzu natürlich, dass ein Drehbuch die persönlichen Gefühle, Stimmungen, etc. des Autors widerspiegelt, jedoch in diesem Fall kann nicht einmal die von Clint Eastwood komponierte Filmmusik von dem Eindruck ablenken, welcher der Zuschauer nach und nach erhält, dass es sich bei diesem Film mehr um einen dramaturgisch überzogenen samstagnachmittags Fernsehfilm handelt, als um wirklich großes Kino, das dem Besucher lange in Erinnerung bleiben wird und v.a. nicht nur oberflächlich berührt Schön zu beobachten ist hingegen wie der zuerst so patriotische Stanley durch einen großen persönlichen Verlust infolge eines Läuterungsprozesses vom Kriegsbefürworter zum –kritiker mutiert. Außerdem ist es mehr als erfrischend, dass es eben ein Hausmann ist, der die Familie am Leben erhalten muss, denn gefallene männliche Soldaten hat Hollywood bereits genügend erlebt. Hervorzuheben wäre noch der Punkt, dass John Cusack durch seine minimalistische und authentische Spielweise besticht und er für diese melancholische Atmosphäre genau die richtige Besetzung ist. Am Schluss bleibt jedoch der Wunsch des Kinobesuchers John Cusack doch bitte das nächste Mal bestechendere Mono-/ sowie Dialoge zu schenken. Anscheinend sind der Publikumspreis des Sundance Film Festivals und zwei Golden-Globe-Nominierungen, welche die musikalische Richtung beäugten („Beste Musik“ und „Bester Song“) noch lange keine 100% Garantie für einen unvergesslichen Kassenschlager, da dem Film einfach die nötige Tiefe fehlt, um es mit so einem schweren und komplexen Thema aufzunehmen.

Punkte:

Autor: Sonja Mayer