Filmtest November - Gone Baby Gone

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Inhalt:
Amanda McCready (Madeline O‘Brien) verschwindet inmitten eines Arbeiterviertels und niemand hat auch nur eine Idee was passiert sein könnte. Die Mutter des Kindes, Helene (Amy Ryan), scheint gar nicht großartig von dem Vorfall betroffen und ist auch sonst so sehr mit Drogen und Alkohol vollgepumpt, dass es eigentlich unverantwortlich ist, ein Kind in ihre Obhut zu geben. Ein vierjähriges Kind wie Amanda scheint hier vollkommen deplaziert. Schließlich wird von der Familie des verschwundenen Kindes das Privatermittlerduo Patrick Kenzie (Casey Affleck) und Angie Gennaro (Michelle Monaghan) eingeschaltet. Die beiden sind noch sehr jung und haben sich eigentlich noch nie an einen solch brisanten Fall herangewagt, doch nach einigem hin und her nehmen sie die Herausforderung an und beginnen mit den Ermittlungen. Polizeichef Jack Doyle (Morgan Freeman) ist von dieser Sache nicht sonderlich begeistert, da er der Meinung ist, dass die beiden Detektive gar nicht wissen auf was sie sich da eingelassen haben. Er gibt ihnen jedoch die Möglichkeit zu ermitteln und gewährt ihnen auch Zugang zu den Informationen, die der Polizei vorliegen. Die beiden dürfen sogar mit den Detectives Bressant und Poole (Ed Harris und John Ashton) zusammenarbeiten. Amandas Mutter ist mit der Situation nach wie vor vollkommen überfordert und gibt nur sehr spärliche Informationen preis, die den Ermittlern nur bedingt weiterhelfen und sie schließlich auch noch auf eine falsche Fährte locken.

Kritik:
Drogen, Alkohol, Armut, Arbeitslosigkeit, Elend und mittendrin ein kleines Kind, das womöglich enormen nachhaltigen Schaden von diesen Lebensumständen haben wird. Das ist leider kein fiktives Bild, sondern viel zu oft bittere Realität. Als dieses kleine Kind dann entführt wird ist dessen Umfeld vollkommen hilflos und kann womöglich gar nicht richtig realisieren was eigentlich passiert ist. Man könnte sogar unterstellen, dass einige froh sind, dass das Kind endlich aus diesem Umfeld herausgerissen wurde, doch ein Kind gehört zu seiner Mutter egal wie es dort leben muss oder etwa doch nicht? Das ist eine Frage, die sich in diesem Film sehr stark aufdrängt und zum Ende hin sogar akut wird. In der heutigen Zeit häufen sich Entführungsfälle immer mehr. Die meisten werden niemals aufgeklärt oder enden in dubiosen Verstrickungen. Ben Afflecks „Gone Baby Gone“ zeigt wie schwer es ist in solchen Fällen einen Täter ausfindig zu machen und lässt im Zuschauer Muttergefühle aufleben. Darüberhinaus ist der Film auch noch Afflecks Erstlingswerk als Regisseur und man kann nur hoffen, dass er zukünftig öfters auch einmal hinter der Kamera arbeiten wird - nicht weil er als Schauspieler nicht erträglich wäre, sondern vielmehr weil er als Regisseur mindestens genauso brillant arbeiten kann. Dieser Film ist ein wahres Meisterwerk und thematisiert ein Problem, dass immer mehr zu unserem Alltag zu werden scheint.

Punkte:

Autor: Daniel Fürg