Inhalt: Amanda McCready
(Madeline
O‘Brien) verschwindet
inmitten
eines Arbeiterviertels
und niemand hat
auch nur eine Idee was passiert
sein könnte. Die Mutter
des Kindes, Helene (Amy
Ryan), scheint gar nicht großartig
von dem Vorfall betroffen
und ist auch sonst so sehr
mit Drogen und Alkohol vollgepumpt,
dass es eigentlich
unverantwortlich ist, ein Kind
in ihre Obhut zu geben. Ein
vierjähriges Kind wie Amanda
scheint hier vollkommen deplaziert.
Schließlich wird von
der Familie des verschwundenen
Kindes das Privatermittlerduo
Patrick Kenzie
(Casey Affleck) und Angie
Gennaro (Michelle Monaghan)
eingeschaltet. Die beiden
sind noch sehr jung und
haben sich eigentlich noch
nie an einen solch brisanten
Fall herangewagt, doch nach
einigem hin und her nehmen
sie die Herausforderung an
und beginnen mit den Ermittlungen.
Polizeichef Jack Doyle
(Morgan Freeman) ist von
dieser Sache nicht sonderlich
begeistert, da er der Meinung
ist, dass die beiden Detektive
gar nicht wissen auf was sie
sich da eingelassen haben. Er
gibt ihnen jedoch die Möglichkeit
zu ermitteln und gewährt
ihnen auch Zugang zu den Informationen,
die der Polizei
vorliegen. Die beiden dürfen
sogar mit den Detectives
Bressant und Poole (Ed Harris
und John Ashton) zusammenarbeiten.
Amandas Mutter ist
mit der Situation nach wie
vor vollkommen überfordert
und gibt nur sehr spärliche
Informationen preis, die den
Ermittlern nur bedingt weiterhelfen
und sie schließlich
auch noch auf eine falsche
Fährte locken.
Kritik: Drogen, Alkohol, Armut,
Arbeitslosigkeit, Elend
und mittendrin ein
kleines Kind, das womöglich
enormen nachhaltigen Schaden
von diesen Lebensumständen
haben wird. Das ist leider
kein fiktives Bild, sondern
viel zu oft bittere Realität. Als
dieses kleine Kind dann entführt
wird ist dessen Umfeld
vollkommen hilflos und kann
womöglich gar nicht richtig
realisieren was eigentlich
passiert ist. Man könnte sogar
unterstellen, dass einige froh
sind, dass das Kind endlich
aus diesem Umfeld herausgerissen
wurde, doch ein Kind
gehört zu seiner Mutter egal
wie es dort leben muss oder
etwa doch nicht? Das ist eine
Frage, die sich in diesem Film
sehr stark aufdrängt und zum
Ende hin sogar akut wird. In
der heutigen Zeit häufen sich
Entführungsfälle immer mehr.
Die meisten werden niemals
aufgeklärt oder enden in dubiosen
Verstrickungen. Ben
Afflecks „Gone Baby Gone“
zeigt wie schwer es ist in solchen
Fällen einen Täter ausfindig
zu machen und lässt im
Zuschauer Muttergefühle aufleben.
Darüberhinaus ist der
Film auch noch Afflecks Erstlingswerk
als Regisseur und
man kann nur hoffen, dass er
zukünftig öfters auch einmal
hinter der Kamera arbeiten
wird - nicht weil er als Schauspieler
nicht erträglich wäre,
sondern vielmehr weil er als
Regisseur mindestens genauso
brillant arbeiten kann.
Dieser Film ist ein wahres Meisterwerk
und thematisiert ein
Problem, dass immer mehr
zu unserem Alltag zu werden
scheint.