Logo

Modified: Dienstag, 28. Dezember 2004

Special - Garfield

Eine Comic Legende wird digital

Produzent John Davis versuchte bereits seit Jahren, den Garfield-Schöpfer Jim Davis (beide sind nicht miteinander verwandt) dazu zu überreden, ihm die Filmrechte zu überlassen. Da seit seinem ersten Comic Auftritt rund 25 Jahre vergangen sind kam es endlich dazu. Davis sagte : "Ich habe Garfield immer wie einen richtigen Kater behandelt",. "Er existiert tatsächlich so in meinem Kopf. Und mit Hilfe dieser neuen Computertechnik kann man ihn endlich authentisch wiedergeben."

Der Vergleich

Der Film-Garfield ist komplett im Computer entstanden und wurde mit realen Schauspielern und Tieren vermischt. Dass der Computeranimierte-Garfield der Comicfigur wie aus dem Gesicht und dem fetten Pelzkörper geschnitten ist, ist aufgrund der digitalen Umsetzung nicht verwunderlich. Auch Garfields Schlafkorb mit der blauen Decke sind vom Requisiteur stimmig in Szene gesetzt worden. John und Liz hingegen sind nicht wirklich gut getroffen: Breckin Meyer spielt den John bei weitem nicht "sozial-inkompatibel" genug, Liz dagegen ist viel zu bereitwillig, mit John auszugehen - ohne dass der auch nur ein einziges Mal gefragt geschweige denn einen Korb bekommen hätte.

Spätestens die anderen, real gefilmten Tiere wie Arlene und Odie haben fast gar nichts mit den Persönlichkeiten der Comics zu tun: Arlene ist nicht rosa mit Kussmund, sondern eine ganz normale graue Katze. Odie weicht optisch viel zu sehr vom Original ab. Die einzige Alternative wäre gewesen, sämtliche Tiere originalgetreu digital zu machen - was jedoch vermutlich viel zu teuer und aufwendig geworden wäre.

Garfield ist ein heißer Anwärter für die "Goldene Himbeere" für die "Schlechteste Ausrede für einen Film (Nur Konzept - kein Inhalt) Nahezu jede einzelne Einstellung des Films ließe sich angemessen als kurzer Comic-Strip umsetzen. Leider besteht der Film jedoch aus einer Aneinanderreihung derartiger Episoden zu einem unterdurchschnittlichen Drehbuch mit eher vereinzelten Gags.

Letzte Kritik

Mögen amerikanische Filmkritiker Bill Murray als Garfields Originalstimme loben, bleibt Thomas Gottschalks Synchronisation sehr weit hinten. Insbesondere die paar Gesangseinlagen, die Gottschalk gesungen hat, sind kein Vergleich zum Original.

Fazit

Alles in allem ist Garfield ein technisch auf hohem Niveau umgesetzter, jedoch stark vom Comic abweichender Film. Er setzt die Comic-Vorlage bis auf wenige Kerninformationen nur mangelhaft um und ist mit schlappen 75 Minuten Laufzeit einfach zu kurz. Das mag vielleicht für „Laien“ genügen, für eingefleischte Garfield Fans aber nicht.

Zum Garfield Filmtest