Inhalt: Im Sommer 1977 lag die Ära Richard Nixons bereits
drei Jahre zurück. Unrühmlich hatte der Präsident
1974 aufgrund des Watergate-Skandals seinen Posten
als mächtigster Mann der Welt räumen müssen und eine aufgebrachte und enttäuschte Nation zurückgelassen. Auf eine öffentliche Äußerung Nixons
zur Abhöraffäre oder gar eine Entschuldigung wartete die US-Bevölkerung - und mit ihr der Rest der Welt - seit seinem
Rücktritt vergebens.
Dann aber willigt Nixon (Frank Langella), unterstützt von seinem
Hollywood-Agenten und gegen ein überaus stattliches Honorar, überraschend in eine Reihe von Fernsehinterviews ein, um über sein Leben und seine Jahre im Weißen Haus zu erzählen. Seine Wahl des Gesprächspartners fällt ausgerechnet
auf den schnöseligen britischen Moderator David Frost (Michael Sheen), dem der Ruf eines Playboys, Lebemanns und journalistischen Fliegengewichts
vorauseilt. Der stoische Politiker sinnt auf eine harmlose
Plauderei, mit der er seinen
guten Ruf und seine Würde spielend wiederherstellen zu können hofft. Allerdings macht er die Rechnung ohne Frosts akribisch recherchierenden Beraterstab
- und vor allem ohne den Ehrgeiz des sich doch als durchaus charismatisch erweisenden
Fernsehstars, der Nixon unbedingt ein Schuldbekenntnis
entlocken will.
Kritik: Ron Howard hat das gleichnamige
Theaterstück von Autor Peter Morgan („The Queen“), der auch das Drehbuch zum Film schrieb, eindrucksvoll umgesetzt. Der Film rekapituliert nicht nur die damaligen Interviews, die die Nation bewegten, sondern er schildert zudem das wochenlange
Geschehen hinter den Kulissen,
mit allen Manövern und Verhandlungen dieser beiden Männer und ihrer Teams. Das „Hinter den Kulissen“-Material wird in der ersten Filmhälfte erzählt. Diese wird nie langweilig
und zeigt den enormen Druck, der auf Frost und seinen Beratern lastet und die Siegessicherheit
auf der Seite des Ex-Präsidenten Nixon. Wenn dann die beiden Männer aufeinandertreffen
wird das Publikum von der Erzählwucht dieses Polit-Duells von den Sitzen gerissen.
Außerdem ist es extrem spannend und erschreckend witzig. Die Akteure Michael Sheen und Frank Langella spielen
sich in einen Rausch. Theater-
Darsteller Langella vielleicht sogar zu einem Oscar als bester Hauptdarsteller. Sehr beeindruckend!
„Frost/Nixon“ könnte sogar in die Fussstapfen von „A Beautiful
Mind - Genie und Wahnsinn“ bei der diesjährigen Oscarverleihung
treten. Denn nicht nur Frank Langella zeigt eine außergewöhnliche
Darbietung. Auch das Drehbuch von Peter Morgan, die Musik von Hans Zimmer und die Regie von Ron Howard sind sensationell. Hier stimmt wirklich alles und man braucht keine politischen Vorkenntnisse
zu besitzen um dem Handlungsstrang folgen zu können
wie beispielsweise bei dem Polit-Drama „Syriana“.
Und am Ende könnte es sogar für die Produzenten Brian Grazer,
Tim Bevan und Eric Fellner reichen, die begehrte Statue Ende Februar in Empfang zu nehmen.