Filmtest Oktober - Far Cry

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Inhalt:
Der ehemalige Elitesoldat Jack Carver verdient sein Geld mit Bootsfahrten für Touristen, bis er eines Tages die attraktive Journalistin Valerie Cardinal (Emanuelle Vaugier) auf eine geheime Militärinsel bringen soll um dort ihren Onkel Max (Ralf Möller) zu treffen. Dieser ist im Besitz geheimer Informationen über genmanipulierte Supersoldaten, die der skrupellose Wissenschaftler Dr. Krieger (Udo Kier) auf dem Eiland heranzüchtet. Auf der Insel angekommen, wird Valerie jedoch entführt und Jacks Boot in die Luft gejagt. So macht sich Jack auf, um die Reporterin zu retten und Dr. Krieger das Handwerk zu legen.

Kritik:
Das Computerspiel „Far Cry“ aus dem Hause Crytek ist eines der wenigen deutschen Games, das nicht nur hierzulande Spieler begeisterte, sondern auch in den USA großen kommerziellen Erfolg verbuchen konnte. Kein Wunder also, dass der notorische Spieleverfilmer Uwe Boll (Alone in the Dark, Postal) nicht lange gezögert hat und nun den Titel auf die Kinoleinwand bringt. Leider wie die Vergangenheit gezeigt hat, muss ein gutes Videospiel noch lange keinen guten Film ergeben. Geschichten, die im Spiel spannend inszeniert sind, entpuppen sich bei näherer Betrachtung oft als recht banal. Games leben nun mal von ihrer Interaktivität. Ist man jedoch zum Zusehen verdammt, wird einem schnell klar, wie wackelig die Stories eigentlich aufgebaut sind. Auch in „Far Cry“ ist das nicht anders: Ein ehemaliger Elitesoldat muss auf sich allein gestellt einen skrupellosen Wissenschaftler stoppen, der genmanipulierte Soldaten züchtet? Wirklich neu und innovativ ist das nicht. Und so ist es auch kein Wunder, dass auch die Verfilmung von „Far Cry“ nicht sonderlich anspruchsvoll ausfällt. Angefangen beim eben beschriebenen, dünnen Grundgerüst, bis hin zur Ausführung, hat sich Uwe Boll bei Leibe nicht mit Ruhm bekleckert. Flache Gags, lächerliche Dialoge, Logiklücken, miese Spezialeffekte, klischeehafte Darsteller – man weiß gar nicht wo man anfangen soll. Am besten beginnt man bei den Schauspielern: Til Schweiger (Keinohrhasen) spielt den Ex-Soldaten und Draufgänger Jack Carver zwar nicht überragend, aber holt das Beste aus dem blassen Charakter heraus. Ralf Möller hat im Grunde die Rolle seines Lebens, denn außer prügeln und ausdruckslos gucken muss er als genmanipulierter Zombie nichts. Emanuelle Vaugiers Hauptaufgabe besteht meist darin, unnütz zu sein. Uwe Boll scheint Frauen in Filmen keine große Bedeutung zu geben, denn Valerie ist an Jacks Seite nur ein hilfloses Anhängsel. Auch die Dialoge zwischen den beiden sind wahrlich kein Meisterwerk der Drehbuchautoren. Dabei schießt die große Liebesszene des Films den Vogel ab. So übernachten die beiden nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd in einer verlassenen Hütte. Zuvor mit dem Auto ins Wasser gefallen, müssen die beiden zuerst ihre nassen Klamotten ablegen. Jack schlägt vor sich die Decke zu teilen. Dann sollen sie näher zusammen rücken um Körperwärme zu teilen, damit sie nicht frieren. Wie diese Szene ausgeht können Sie sich denken. Ebenso schnell wie die Beziehung zwischen den beiden sich entwickelt sind auch die katastrophalen Kampfszenen. Haarsträubende Cuts führen dazu, dass man von den Choreografien noch weniger sieht, als von der tropischen Insel aus der Vorlage. Und da wären wir schon bei der nächsten Enttäuschung: die fehlende Wiedererkennung. „Far Cry“ wurde nicht auf einer tropischen Insel gedreht, sondern in Kanada. Die Folge: keine malerischen Postkartenstrände, die den Reiz des Spiels ausmachten, sondern Nadelwälder und fehlender Sonnenschein. Es gibt kaum Momente in denen man direkt an die Vorlage erinnert wird. Letztendlich mangelt es dem Spiel außer Sonne aber vor allem an Qualität. Apropos Qualität: Auf die Jacks Frage, wieviel Punkte Valerie ihm im Bett auf einer Skala von eins bis zehn geben würde, antwortet sie „zwei“. Mehr verdient der Film auch nicht.

Punkte:

Autor: David Habermann

Zusatzmaterial:
Trailer