Filmtest September - Eagle Eye

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Inhalt:
Jerry Shaw (Shia LaBeouf) ist ein lebensfroher, draufgängerischer junger Mann. Seinen Lebensunterhalt verdient er in einem äußerst öden Job als Copy-Shop Mitarbeiter. Während seiner Pause nimmt er seinen Kollegen gerne kleinere Beträge bei einer Partie Poker ab. Mit der Miete ist er trotzdem im Rückstand, weswegen er sich stets an der Wohnung seiner Vermieterin in sein eigenes kleines Apartement vorbei schleicht. Von seinen Eltern nimmt er kein Geld, er will auf seinen eigenen Beinen stehen. Ein Anruf reißt ihn jedoch jäh aus seiner gewohnten Umgebung, denn sein Zwillingsbruder ist verstorben. Anders als Jerry war dieser ein ambitionierter junger Mann und hat es durch Fleiß sehr weit bei der Air Force gebracht. Als Jerry schließlich von der Beerdigung zurück in seine Wohnung kommt, findet er dort ein ganzes Arsenal an Waffen und Militärausrüstung vor, das ihm nicht gehört. Plötzlich klingelt sein Handy und eine Frauenstimme meldet sich. Diese erklärt Jerry, dass das FBI in wenigen Sekunden vor Ort sein wird und legt wieder auf. Im nächsten Moment stürmt das FBI seine Wohnung und Jerry wird verhaftet. Nun muss er seine Unschuld beteuern, doch schon bald bekommt er einen neuen Anruf von der mysteriösen Stimme, die ihm sagt er müsse ausbrechen, andernfalls würde er sterben.

Kritik:
Mobiltelefone sind ja heutzutage zu weit mehr fähig als nur zum Telefonieren. Diese stetig schrumpfenden Technik-Wunderwerke fungieren mittlerweile als Kamera, Fotoapparat, Kalender, MP3-Spieler und vieles mehr. Theoretisch könnte man sie darüber hinaus noch zu mehr einsetzen. Der Staat etwa könnte Handy-Gespräche abhören und somit seine Bürger überwachen. Wie, das glauben Sie nicht? Nun aber genau jenes Thema nimmt Regisseur D.J. Caruso in seinem neuem Film „Eagle Eye – Außer Kontrolle“ auf und er geht dabei sogar noch einen Schritt weiter. Worum es dabei genau geht sei an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten, denn sonst würde dem Film jegliche Spannung fehlen. Die ist in „Eagle Eye – Außer Kontrolle“ anfangs auch durchaus vorhanden. Der Zuschauer wird genau wie die Protagonisten ständig im Unklaren über die mysteriösen Hintergründe gehalten. Wer ist die geheimnisvolle, weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung? Woher weiß sie über alles Bescheid? Diese und noch unzählige weitere Fragen bleiben anfangs völlig offen. Was dazu führt, dass der Zuschauer ständig auf neue Indizien und Hinweise hofft, ja beinahe schon hinfiebert. Dadurch wird eine ungeheure Anspannung erzeugt, die einen förmlich in den Kinosessel presst. Hinzukommen die waghalsigen Action-Passagen, die einem den Atem verschlagen. Eine Verfolgungsszene beispielsweise führt aus einem Fenster, über U-Bahn Gleise, setzt sich in der U-Bahn fort und endet schließlich in Autos. All das, besonders die Auto Verfolgungsjagd, ist so schnell geschnitten, die Kameraführung dabei so rasant, dass einem fast schon schwindlig wird. Allem Anschein nach ist „Eagle Eye – Außer Kontrolle“ also ein höchst mitreißender und packender Action-Thriller, oder? Weit gefehlt! All die gerade eben beschriebenen Elemente finden während der ersten Hälfte des Films statt. Da bekommt man halsbrecherische Action geboten, da ist man auf die Antwort gespannt, was das alles auf sich hat. Und dann, ja was ist dann eigentlich? Ja, dann bekommt man eben jene Antwort geboten, großspurig und epochal wird sie einem präsentiert. Und auf einmal ist der Film nicht mehr im geringsten spannend, er ist einfach nur noch unglaublich stupide. Auf einmal sind auch die Actionszenen nicht mehr so atemberaubend, sie sind nebensächlich. Denn man bekommt diese Antwort, die Auflösung des gesamten Katz-und-Maus-Spiels nicht mehr aus dem Kopf. Meinen die das jetzt wirklich ernst? Können die einen so vielversprechenden Auftakt wirklich mit so etwas abgrundtief Unrealistischem und Abstrusem torpedieren? Ja sie können! Jungstar Shia LaBeouf hat bestimmt ein Handy. Der begabte Nachwuchs-Schauspieler hat sein Talent nun schon einige Male unter Beweise gestellt, lediglich „Disturbia“ war eher misslungen. „Disturbia“ war, genau wie dieser Film ebenfalls von D.J. Caruso. Sollte Shia LaBeouf demnächst also erneut einen Anruf von Caruso wegen einer neuen Rolle in dessen Film bekommen, er sollte sein Handy einfach ignorieren.

Punkte:

Autor: Fabian Ohrner

Zusatzmaterial:
- Trailer