Inhalt: 1. September 1997. Paris. Der ganzen
Welt stockt der Atem. Der tragische
Tod Lady Dis verbreitet sich wie
ein Lauffeuer. Die entscheidende Frage
„Wie konnte das passieren?“ Neben sämtlichen
Menschen der Welt, stehen natürlich
die Briten besonders im Blick der
Öffentlichkeit. Kein Volk wird wohl so vom
Tod der Prinzessin der Herzen getroffen,
wie das der Inselnation. Menschen weinen
vor laufenden Kameras, brechen zusammen,
oder beten. Riesige Blumenmeere bilden
sich, Großbritannien wird umhüllt von
einem Schleier der Fassungslosigkeit und
der Betroffenheit.
Ganz Großbritannien? Nein, das behauptet
zumindest dieser Film. Er gibt dem
Zuschauer die Möglichkeit der Situation
aus dem fiktiven Blickwinkel von Queen
Elisabeth der zweiten zu folgen. Man sieht
die Monarchin im Leben ihres Alltags, ihres
ständischen Daseins und erkennt, dass auch
sie nur ein Mensch ist, eine Großmutter,
die sich um ihre Enkel sorgt. Es scheint, als
würde die Königin unter der Last ihrer wohl
schwersten Amtstage einknicken und fatale
Fehler begehen. Steht am Ende sogar die
gesamte Monarchie auf dem Spiel?
Kritik: Kaum ein Film brachte einem wohl vermeintlich
die Königin Englands so nahe, wie
dieser. Wobei diese Nähe wohl mit Vorsicht
zu genießen ist. Viele Kinogänger werden
sich die Bezeichnung PR-Film gepaart mit
einem leichten Grinsen nicht verkneifen
können. Vielmehr verwundert es, dass vor
allem den Royals dieses Werk sauer aufzustoßen
scheint. So wirkt es doch, als würde
die Queen im Film als sehr menschlich, aufopferungsvoll
und als nicht so kalt, wie in
der Öffentlichkeit angesehen, dargestellt.
Vermutlich, aber, ist es der Weg, den Queen
Elisabeth beschreitet, bis Diana beerdigt
wird, der ihnen missfällt. Die Königin, die ja
bekanntermaßen nie ein großer Fan Dianas
war, wird wunderbar von Helen Mirren verkörpert.
Selbiges bescheinigt ihr auch die
hohe Fachschaft, die sie mit dem Titel „Beste
Schauspielerin“ auf den Filmfestspielen von
Venedig für eine hervorragende Darbietung
belohnte. Solch eine Leistung ist natürlich
nur mit gutem Background zu schaffen
und so, wie sollte es auch anders sein,
wurde Peter Morgan, dem Drehbuchautor
des Films noch eine besondere Ehre zu
Teil. Er bekam den Titel „Bestes Drehbuch“
überreicht.
Besonders beeindruckend und zugleich verwunderlich
ist, wie Regisseur Stephen Frears
es geschafft hat alternative Drehorte zu finden,
die dem ganzen ein große Autoentität
verschaffen. Hierzu gehören zum Beispiel
die Londoner Goldsmith’s Hall, die den
Chinese Room im Buckingham Palace doubelt,
oder die Brocket Hall in Hertfordshire,
die gleiches mit Schlaf- und Ankleidezimmer
der Queen im Film tut.
Was man natürlich nicht erwarten kann, ist
ein Film, der einen vor Spannung fesselt.
Vielmehr verfällt er teilweise in seichtes
Dahingeplätscher, was jemanden, der sich
einen solch fiktiven Dokumentarfilm ansieht,
aber wohl kaum stören wird.