Inhalt: Michael (Zach Braff) hat wohl alles in seinem
Leben was sich ein 29-Jähriger nur wünschen
kann: einen tollen Job, richtig gute Freunde
und vor allem eine schwangere Freundin, Jenna
(Jacinda Barrett). Doch irgendwie reicht
ihm das wohl nicht, denn er vermisst die Überraschungen
in seinem Leben. Als er dann auf
der Hochzeit eines Freundes die junge, lebenslustige
Kim (Rachel Bilson) kennen lernt
scheint sich das zu ändern. Erst verbringen die
beiden nur ein bisschen Zeit miteinander, doch
nach und nach entwickelt sich mehr daraus.
Nach einer Party küssen sie sich schließlich
und zu Michaels Pech bekommt Jenna Wind
davon und schmeißt ihn raus. Nun steht Michael
vor der Wahl: kurzzeitiger Spaß oder
doch häusliches Familienleben. Und er sollte
sich mit seiner Entscheidung beeilen, denn
Jenna wohnt mittlerweile bei ihren Eltern und
will nichts mehr von ihm wissen.
Kritik: Erfolg ist ein launisches Wesen. Er kann blitzschnell
kommen, aber mindestens auch genauso
schnell wieder verschwinden. Natürlich
kann Erfolg auch andauern und dann gelingt
einem fast alles. So muss sich wohl Paul Haggis
gerade fühlen, denn nach dem bereits das
von ihm verfasste Drehbuch zu „Million Dollar
Baby“ mit Preisen überhäuft wurde, bekam er
für seinen ersten eigenen Film „L.A. Crash“ sogar
den Oscar. Jetzt kommt „Der letzte Kuss“
ins Kino, aber was hat das Eine jetzt mit dem
Anderen zu tun, ganz einfach: das Drehbuch
hierzu stammt von keinem geringeren als
Paul Haggis. Das Faszinierendste an diesem
herrlichen Film, der Grund warum er nie langweilig
ist und man ihn von Beginn an ins Herz
schließt, ist, dass er das große Kunststück
vollbracht hat, eine witzige Komödie und ein
mitreißendes Drama stimmig in einen Film zu
packen.
Einerseits veranlasst der Film einen auf wunderbare
Art und Weise zum Lachen, immer
wieder mischen sich spritzige Dialoge mit Situationskomik
und auch die herrliche Leichtigkeit,
die der Film zuweilen vermittelt macht einfach
nur Spaß. Andererseits fühlt man richtig
mit den verschiedenen Charakteren und ihren
Einzelschicksalen mit. Hierbei ist es egal, ob es
sich um ein mittlerweile 30 Jahre verheiratetes
Ehepaar oder ein vergleichsweise frisches
Paar, das gerade Nachwuchs bekommen hat,
handelt. Die emotionale Tiefe des Films mit all
ihrer Tragik ist einfach so wunderschön, dass
man schlichtweg in diese Welt gerissen wird
und bis zum Ende nicht mehr davon loskommt.
Ein schwerwiegender Grund für diese Gefühlsregungen
beim Zuschauer sind sicherlich die
Schauspieler, allen voran Zach Braff. Dieses
junge Schauspieltalent agiert in seiner zweiten
großen Kinofilmhauptrolle so grandios, dass
man ihm direkt zu Füßen liegt, denn egal ob
in den witzigen oder auch in den ernsten Momenten,
er überzeugt durchweg auf höchstem
Niveau. Abgerundet wird das Ganze schließlich
durch einen äußerst stimmigen Soundtrack,
dessen Lieder den Film in jeder Lage perfekt
begleiten. Bleibt noch festzuhalten, dass der
Erfolg auch nach diesem Film wohl nicht von
Paul Haggis’ Seite weichen wird.