Filmtest November - Casino Royale

Direkt zu: Inhalt - Kritik - Punkte

Inhalt:
James Bond (Daniel Craig) muss im legendären Casino Royale ein Pokerspiel gegen den Terroristen- Bankier Le Chiffre gewinnen. Es geht um einen sehr hohen Einsatz und für seinen kriminellen Gegner geht es um Leben und Tod. Der Finanzier eines weltweiten Terror- Netzwerkes hat das ihm anvertraute Geld verloren und damit seine Auftraggeber verärgert. Um seinen Kopf zu retten versucht er nun das Geld bei besagtem Pokerspiel zurückzugewinnen. Bond spielt mit Geld der britischen Regierung und damit er dieses nicht zu leichtsinnig verspielt schickt das Schatzamt Vesper Lynd (Eva Green), die damit beauftragt ist 007 auf die Finger zu schauen. Sie scheint dem Charme des Agenten widerstehen zu können doch James Bond wäre nicht James Bond wenn er dieses verkältete Herz nicht aufwärmen könnte. Le Chiffre bemerkt schnell, dass er beobachtet wird. Bond überlebt all seine Abwehrmaßnahmen und spielt weiter bis das Gute letztendlich, im wahrsten Sinne des Wortes, gute Karten zu haben scheint.

Kritik:
Ja, er ist es definitiv - der coolste Bond aller Zeiten. Ein würdiger und sehr moderner Nachfolger, der sich von seinen Vorgängern jedoch komplett unterscheidet. Ein Bond der Stil, Action und Humor verbindet wie sonst nur Sean Connery es schaffte. Regisseur Martin Campbell, der zuvor schon den Dienstantritt von Pierce Brosnan in „Goldeneye“ äusserst gelungen inszenierte, schafft es nun auch dessen direkten Erben Daniel Craig als 007 zu etablieren. Craig musste bis zuletzt mit zahlreichen Vorurteilen seiner Kritiker kämpfen, doch er konnte beweisen, dass diese alle komplett falsch lagen. Er ist weder ein Weichei noch ein kleines Blondchen das nicht mit Waffen umgehen kann. Kaum ein Bond musste so oft dem Tod entrinnen und solch halsbrecherische Stunts ausführen wie er. Doch neben diesen ernsten Szenen gibt es auch viele durchaus humorvolle Stellen. Die Locations sind sehr abwechslungsreich, denn man geht mit James Bond auf eine halbe Weltreise von den Bahamas nach Prag und Karlsbad, bis nach Venedig und schlussendlich an den Comer See. Natürlich wurden einige Szenen auch in den altehrwürdigen Pinewood- Studios in Großbritannien gedreht. Eine sehr positive Überraschung war die herausragende Leistung von Mads Mikkelsen der „Le Chiffre“ verkörpert. Zuvor hat man ihn in „Adam‘s Äpfel“ gesehen wo er einen leicht verwirrten Pfarrer spielte. Nun ist er zu einem gnadenlosen Gangster mutiert der keine Rücksicht auf Verluste nimmt. Auch der Rest der Besetzung bietet mit Eva Green, Judi Dench, Jeffrey Wright, Giancarlo Giannini und vielen anderen keine Entäuschungen. Ein echtes Highlight ist der Auftritt des deutschen Schauspielers Ludger Pistor - bekannt aus der deutschen Fernsehserie „Arme Millionäre“ - der den Direktor der Basel Bank spielt. Er sorgt allein durch sein Auftreten für Lacher. Ein weiteres Novum ist auch, dass Bond in „Casino Royale“ eine ernste Beziehung mit einer Frau beginnt, die am Ende allerdings nicht mehr so problemlos verläuft wie es anfangs scheint. Der Titelsong wurde seit 1987 in „Der Hauch des Todes“ erstmals wieder von einer männlichen Stimme gesungen. Chris Cornells Song „You know my name“ passt stilistisch wunderbar in die Reihe der bisherigen Bond-Songs. Und auch der instrumentale, von David Arnold komponierte Teil des Soundtracks ist eine perfekt auf die Story abgestimmte Mischung. Zusammengefasst ist zu sagen, dass „Casino Royale“ ein überraschend guter 007-Film geworden ist. Nach dem vollkommen effektüberladenen „Stirb an einem anderen Tag“ mussten die Verantwortlichen die Notbremse ziehen und die Serie zu ihren Wurzeln zurückführen. Das ist gelungen indem man hier auf unsichtbare Autos verzichtet und auch sonst ein klein wenig realistischer geworden ist.

Punkte:

Autor: Daniel Fürg