Inhalt: Kasachstan ist ein kleines Land mit großen
Problemen. Das wissen auch die Einwohner
und aus diesem Grund wurde einer von ihnen,
der Fernsehmoderator Borat (Sacha Baron
Cohen), von den Regierungschefs seines
Landes in die USA geschickt, den von welchem
anderen Land könnte man in Sachen
Wirtschaft und Sozialleben besser lernen, als
vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten?
Angekommen in New York werden auch gleich
ein paar Interviews für das heimische Volk
gemacht, doch plötzlich kommt alles anders.
Denn Borat sieht auf seinem Hotelzimmerfernseher
Baywatch und verliebt sich umgehend,
wie sollte es auch anders sein, in Pamela
Anderson. Nachdem er herausgefunden hat,
dass diese in Kalifornien lebt, zieht er sofort
alle Register um dort hinzugelangen und
um ihre Hand anzuhalten. Der etwas andere
Roadtrip beginnt…
Kritik: Mit dem Humor ist das ja immer so eine Sache.
Es gibt den offensichtlichen, ja fast schon
plumpen, den hintergründigen und nicht auf
Anhieb zu verstehenden, den Sarkasmus und
noch etliche andere Arten von Humor. Doch
welches ist die Richtige? Gibt es überhaupt
ein Rezept, wie man garantiert witzig ist? Wohl
eher nicht, denn jeder Mensch lacht über andere
Dinge und so kommt es nicht selten vor,
dass zum Beispiel Filme von manchen Leuten
als lustig empfunden werden und von
anderen wiederum als lahm oder gar beleidigend.
Ein Kandidat für diese Kategorie ist
zweifelsohne „Borat“, der neue Film mit Sacha
„Ali G“ Baron Cohen in der Hauptrolle. Dieser
hat nach „Ali G In da house“ einen weiteren
Charakter seiner TV-Show auf die Leinwand
gebracht:
den tollpatschigen Kasachen Borat. Und dieser
Film wird auch für viele Diskussionen sorgen,
denn „Borat“ ist nicht nur provozierend sondern
auch in höchstem Maße respektlos, denn
ob Frauen, Juden oder auch Kasachstan, jeder
wird hier, zum Teil sehr fragwürdig, durch
den Kakao gezogen. Auch mit Geschmack ist
das hier so eine Sache, denn wenn jemand
aus einem See trinkt und ein anderer uriniert
nebenan in selbigen, ist das sicher nicht jedermanns
Vorstellung von guter Unterhaltung.
Doch warum kann man dann bei diesem Film
so lauthals und herzhaft lachen wie man es,
vor allem in dieser Häufigkeit, nur ganz selten
bei anderen Filmen zu tun vermag? Ganz
einfach, Borat versprüht durch seine schiere
Dummheit und sein löchriges Englisch einen
ganz eigenen, unvergleichlichen Charme und
egal ob Situationskomik oder besonders die
Dialoge, dieser Film bietet so viel Anlass zum
Lachen, dass man Probleme damit hat sich im
Stuhl zu halten. Auch die Tatsache, dass hier
nicht Unsummen für teuere Sets und Schauspieler
ausgegeben wurden, sondern dass
man schlicht und einfach mit einer Kamera
losgezogen ist und die Reaktionen der Leute
auf Borats, zugegeben unmögliches, Verhalten
gefilmt hat, zahlt sich voll und ganz aus.
Zusammen mit einem sehr schrulligen, aber
sicherlich auch in gleichem Maße passenden
Soundtrack, bestehend aus Polkas und Volksliedern,
wird „Borat“ einer der witzigsten Filme
der letzten Jahre. Doch jeder muss selbst entscheiden,
ob dies hier seinen persönlichen
Geschmack für Humor trifft.