Filmtest Oktober - Borat

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Inhalt:
Kasachstan ist ein kleines Land mit großen Problemen. Das wissen auch die Einwohner und aus diesem Grund wurde einer von ihnen, der Fernsehmoderator Borat (Sacha Baron Cohen), von den Regierungschefs seines Landes in die USA geschickt, den von welchem anderen Land könnte man in Sachen Wirtschaft und Sozialleben besser lernen, als vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Angekommen in New York werden auch gleich ein paar Interviews für das heimische Volk gemacht, doch plötzlich kommt alles anders. Denn Borat sieht auf seinem Hotelzimmerfernseher Baywatch und verliebt sich umgehend, wie sollte es auch anders sein, in Pamela Anderson. Nachdem er herausgefunden hat, dass diese in Kalifornien lebt, zieht er sofort alle Register um dort hinzugelangen und um ihre Hand anzuhalten. Der etwas andere Roadtrip beginnt…

Kritik:
Mit dem Humor ist das ja immer so eine Sache. Es gibt den offensichtlichen, ja fast schon plumpen, den hintergründigen und nicht auf Anhieb zu verstehenden, den Sarkasmus und noch etliche andere Arten von Humor. Doch welches ist die Richtige? Gibt es überhaupt ein Rezept, wie man garantiert witzig ist? Wohl eher nicht, denn jeder Mensch lacht über andere Dinge und so kommt es nicht selten vor, dass zum Beispiel Filme von manchen Leuten als lustig empfunden werden und von anderen wiederum als lahm oder gar beleidigend. Ein Kandidat für diese Kategorie ist zweifelsohne „Borat“, der neue Film mit Sacha „Ali G“ Baron Cohen in der Hauptrolle. Dieser hat nach „Ali G In da house“ einen weiteren Charakter seiner TV-Show auf die Leinwand gebracht: den tollpatschigen Kasachen Borat. Und dieser Film wird auch für viele Diskussionen sorgen, denn „Borat“ ist nicht nur provozierend sondern auch in höchstem Maße respektlos, denn ob Frauen, Juden oder auch Kasachstan, jeder wird hier, zum Teil sehr fragwürdig, durch den Kakao gezogen. Auch mit Geschmack ist das hier so eine Sache, denn wenn jemand aus einem See trinkt und ein anderer uriniert nebenan in selbigen, ist das sicher nicht jedermanns Vorstellung von guter Unterhaltung. Doch warum kann man dann bei diesem Film so lauthals und herzhaft lachen wie man es, vor allem in dieser Häufigkeit, nur ganz selten bei anderen Filmen zu tun vermag? Ganz einfach, Borat versprüht durch seine schiere Dummheit und sein löchriges Englisch einen ganz eigenen, unvergleichlichen Charme und egal ob Situationskomik oder besonders die Dialoge, dieser Film bietet so viel Anlass zum Lachen, dass man Probleme damit hat sich im Stuhl zu halten. Auch die Tatsache, dass hier nicht Unsummen für teuere Sets und Schauspieler ausgegeben wurden, sondern dass man schlicht und einfach mit einer Kamera losgezogen ist und die Reaktionen der Leute auf Borats, zugegeben unmögliches, Verhalten gefilmt hat, zahlt sich voll und ganz aus. Zusammen mit einem sehr schrulligen, aber sicherlich auch in gleichem Maße passenden Soundtrack, bestehend aus Polkas und Volksliedern, wird „Borat“ einer der witzigsten Filme der letzten Jahre. Doch jeder muss selbst entscheiden, ob dies hier seinen persönlichen Geschmack für Humor trifft.

Punkte:

Autor: Fabian Ohrner