Filmtest August - Babylon A.D.

Direkt zu: Inhalt - Kritik - Punkte - Zusatzmaterial

Inhalt:
Toorop (Vin Diesel) ist ein beinharter Söldner und lebt in Osteuropa. Armut und Chaos regieren diesen Kontinent und nur die Harten schaffen es zu überleben. Dazu zählt auch Toorop, denn wenn die Bezahlung stimmt macht er alles, ohne groß Fragen zu stellen. Eines Tages kommt der skrupellose Mafia-Boss Gorsky (Gérard Depardieu) auf ihn zu mit einem Auftrag und einer einmaligen Chance als Gegenleistung. Der Auftrag: Toorop soll ein junges Mädchen namens Aurora (Mélanie Thierry) nach New York schmuggeln. Im Gegenzug dafür, verspricht Gorsky Toorop ihm einen Neuanfang in Amerika zu ermöglichen, fernab von den Problemen in seiner Heimat. Toorop willigt ein und macht sich gemeinsam mit Aurora und der Nonne Rebecca (Michelle Yeoh), Auroras Begleiterin und Leibwächterin, auf nach New York. Doch schon bald nach Beginn ihrer Reise merkt Toorop, dass das kein Zuckerschlecken wird, denn andere Söldner versuchen, das Mädchen zu entführen. Was Toorop nicht weiß, Aurora trägt ein unglaubliches Geheimnis mit sich.

Kritik:
Ach ja, die Zukunft der Menschheit, wie mag sie wohl aussehen, was mag sie wohl mit sich bringen? Wie wird sich unsere Welt in ein paar Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten wandeln? Wird sie durch Kriege gebeutelt und zerstört oder verändert sie der rapide Fortschritt in einer Art und Weise, wie wir es uns jetzt nicht im Geringsten vorstellen können? Fragen über Fragen und eine gewisse Antwort darauf wird es mit Sicherheit auch nicht geben. Gerade deshalb ist es wohl äußerst interessant zu erfahren, wie sich die Literatur oder das Kino eine solche Welt ausmalen. Und solche Zukunftsvisionen hat Hollywood auch bereits zu Hauf produziert, dort nennt man sie allerdings Science-Fiction-Filme und das herausragendste Beispiel hierfür ist sicherlich Ridley Scotts „Blade Runner“. Der neueste Vertreter dieses Genres heißt nun „Babylon A.D.“ und wurde von „Gothika“- und „Die purpurnen Flüsse“-Regisseur Mathieu Kassovitz inszeniert. Und die Art wie Kassovitz diese Welt charakterisiert ist äußerst ansprechend und gelungen. Zum einen gibt es da das ärmliche Osteuropa. Die meisten Menschen leben in Armut, niemand hat Geld, der Tauschhandel regiert die Straßen. Was getauscht wird sind größtenteils Waffen, nahezu jeder Bürger besitzt eine oder mehrere, so verwundert es kaum, dass man andauernd in der Ferne Schüsse vernimmt. Kurzum: ein sehr raues, dreckiges Pflaster und sicherlich kein Ort, an dem man gerne wohnen würde. Ganz und gar anders sieht es da mit New York aus. Die Metropole ist um ein vielfaches größer als heute und die unzähligen Wolkenkratzer versuchen sich in ihrer Höhe zu übertrumpfen. Überall sieht man grelle Farben von den zahllosen, riesigen digitalen Anzeigetafeln her leuchten, die für irgendetwas werben. Durch diese sehr realistische Darstellung der unterschiedlichen Erdteile, die beide in sich stimmig und geschlossen wirken, erzeugt der Film eine packende Atmosphäre. Hier wirkt nichts aufgesetzt, hier fliegen keine Autos durch die Luft, der technische Fortschritt hält sich in einem, für die nächsten Dekaden durchaus erreichbarem Rahmen. Neben der fesselnden Grundstimmung hat „Babylon A.D.“ vor allem eines, kaum verwunderlich eigentlich für einen Film mit Vin Diesel in der Hauptrolle, zu bieten: jede Menge Action. Diese bietet jedoch nicht viel mehr als solide Durchschnittsware. Zwar gibt es einige gelungene Explosionen zu bestaunen und es wird auch mitunter mit hübschen Zeitlupen-Effekten gearbeitet, richtig Außergewöhnliches bekommt man aber nicht zu bestaunen. Auch der stämmige Herr Diesel spielt gewohnt souverän und routiniert seine Paraderolle des wortkargen, dafür aber um so schlagkräftigeren Einzelgängers, ein durchaus gewohntes Bild also. Das Ende schließlich wird der durchaus interessanten Geschichte auch nicht ganz gerecht, zu abstrus ist es geraten. Aber eigentlich ist das gar nicht einmal so schlimm, denn „Babylon A.D.“ ist ja immerhin ein Science-Fiction- Film und wer weiß, vielleicht wird unsere Zukunft ja genau so aussehen.

Punkte:

Autor: Fabian Ohrner

Zusatzmaterial:
- Gewinnspiel