Inhalt: Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges
reist die britische Aristokratin
Lady Sarah Ashley (Nicole Kidman) nach Australien. Dort muss sie sich mit einem raubeinigen Viehtreiber (Hugh Jackman) verbünden, um die Rinderfarm
ihres Mannes zu retten.
Ihr gemeinsames Abenteuer
führt das ungleiche Paar Hunderte von Meilen durchs unwegsame Outback bis nach Darwin: eine Reise, die ihr Leben für immer verändern
wird...
Kritik: Baz Luhrmann visualisiert
seine selbst verfasste
Originalstory in einem bildträchtigen Kinoerlebnis
mit zwei australischen Superstars: Nicole Kidman und Hugh Jackman. Das groß angekündigte Epos präsentiert
sich als Mischung aus Romantik, Action, Abenteuer
und Dramatik, in Zeiten des zweiten Weltkrieges. Zusätzlich thematisiert Baz Luhmann die Geschichte der „Stolen Generation“, der Aborigine-Kinder, die gewaltsam
ihren Familien entrissen
und in kirchliche Einrichtungen
gesteckt wurden, da Mischlinge zur damaligen Zeit in der australischen Gesellschaft
nicht akzeptiert waren.
Die Geschichte beginnt 1939 mit Lady Sarah Ashley - eine eigensinnige, arrogante, durch ein oberflächliches Leben
frustrierte Frau, gefangen
in einer lieblosen Ehe. Der Verdacht, dass ihr Mann sie während seiner Reise in Australien betrügt, treibt sie in das ferne Land, um ihn zur Rede zu stellen. In Darwin angekommen beginnt
jedoch eine andere Reise für die verklemmte und gehemmte
Sarah. Sie muss erkennen,
dass ihr Mann durch landhungrige Viehzüchter ermordet wurde. Dessen Ranch „Faraway Down“ ist in Gefahr und sie muss dafür die Verantwortung übernehmen.
Zusätzlich begegnet sie dem raubeinigen Viehtreiber
Drover - ein Arbeiter
ihres Ehemannes, dessen ungehobelte und wilde Art sie am Anfang überhaupt nicht ertragen kann. Wie in jeder dramatischen Liebesgeschichte,
können sich die beiden anfangs nicht leiden, sticheln und streiten die ganze Zeit, doch auf ihrer gemeinsamen Reise entdecken
die beiden Streithähne ihre Liebe für einander, mitten im „Never, Never“.
Erzählt wird die Geschichte
aus dem Off vom kleinen Mischlingsjungen Nullah, halb-weiß, halb Aborigine, der auf der Farm „Faraway Down“ lebt. Dort begegnet Sarah diesem außergewöhnlichen
Jungen und entwickelt schnell Muttergefühle für ihn. Der Bösewicht der Story ist Neil Fletcher (David Wenham),
ein Handlanger der bösen Viehzüchter-Bande, der wohl auch irgendwie am Mord von Sarahs Ehemann beteiligt war. Um die Ranch zu retten, müssen Sarah und Drover die 1.500 Rinder zum Hafen nach Darwin bringen und gegen die bösen Machenschaften
von Fletcher ankämpfen…
Was kann man über dieses hoch budgetierte Leinwandepos
sagen? Vielleicht hätte Baz Luhrmann sich für den einen Handlungsstrang der „Stolen Generation“ entscheiden
sollen, der einzig
wirklich interessante im Film, statt die dramatisch-grausame Geschichte als Aufhänger zu nutzen und diese in einen kitschigen, abgedroschenen, teilweise
unplausiblen viel zu langen
3-stündigen Western zu packen. Es wäre dann vielleicht
ein grandioser Film geworden. Stattdessen reißt der Regisseur diverse ernste Themen nur an, statt sie zu vertiefen, wie beispielsweise den Kriegsangriff der Japaner
auf Darwin 1942. Alleine die wunderbare, charismatische
Darstellung des Nullah
lässt über so manches hinweg sehen.
Baz Luhrmann wollte wohl ein Epos á la „Vom Winde verweht“ kreieren, welches leider aufgrund seiner zu hohen
Kitschrate und der vielen
Handlungsstränge nicht wirklich auf den Zuschauer wirken kann. Der gehoffte Zauber, den Baz Luhrmann sonst mit seinen Filmen versprühen kann, kommt hier nicht an. Zu computeranimiert
wirken die Landschaftsbilder,
um dem Film eine poetische Dimension zu verleihen, zu klischeehaft die Story und die Charaktere.